Hier hätten wir dann sowas wie die Killer-Krokodil Variante eines "Tora! Tora! Tora!". Machte zuvor noch Godzilla die Küste Tokios unsicher, wurde viele Male vernichtet, um dann aus den Tiefen des Meeres wieder aufzuerstehen, haben wir es diesmal mit thailändischen Süßwasserkrokodilen zu tun.
Man merkt dem Film sein Alter schon an, in zeitweiser Kannibalen-Optik, während in Italien fast zeitgleich Martinos "Fluss der Mörderkrokodile" ein relativ ähnliches Szenario abspielte.
Das Positive: Auch und gerade aufgrund seines Alters finden wir hier noch echte Handarbeit vor, ganz im Gegensatz zur heutigen Fließbandarbeit.
Wenn man bedenkt, dass Spielberg's "Weißer Hai" gerade erst die Massen schockte und der moderne Tierhorrorfilm somit noch in den Kinderschuhen zu stecken schien, sprich das was Corman, Hitchcock und co. vormachten, weiterzuentwickeln und modernen Standards gerecht zu werden, würde ich "Crocodile" als durchaus atmosphärisch und spannend bezeichnen.
Wir bewegen uns zumindest zeitweise in blutigen Tropengewässern, durchzogen von monsunartigen Regenfällen im indisch-pazifischen Ozean, unterlegt mit einem hübschen, wenn auch etwas in die Jahre gekommenen Score. Deodato's "Cannibal Holocaust" lässt grüßen ...
Das wunderschöne Thailand ist sicher kein schlechter Schauplatz für einen Krokodil-Horrorfilm und die hübschen kleinen Böötchen lassen sich schnell verspeisen ...
"Crocodile" ist stellenweise schon sehr sumpflastig, mit einem leichten Katastrophen- oder "Taifun-Touch".
Ich würde "Horror-Alligator", nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Klassiker aus dem Jahre 1980, nicht direkt als nostalgisch oder noir-lastig betiteln, denn als leicht angestaubten Oldie, der trotz seiner Verwechslungsmöglichkeit bis heute erstaunlich wenig Beachtung gefunden hat.
Eine einigermaßen ansehnliche Inszenierung, ein hohes Tempo, gepaart mit philippinischen Flair, und eine gefräßige Bestie, die furchteinflößender nicht sein könnte, oder gleich eine ganze Reihe davon, gehalten im Stil eines "Frankenstein"- oder "King Kong"-Films der 1970er Jahre.
Im Gegensatz zu modernen Ergüssen aus Hollywood ("Blood Surf", "Crocodile" ...) haben wir es hier noch mit einem einigermaßen ansehnlichen Reptilien-Horror aus Thailand zu tun, der schlussendlich wie die atomare Katastrophe oder der Tsunami, die er verkörpert, "einschlägt wie eine Bombe". Sicher weniger skurill als der spätere CAT III-Vertreter "Crocodile Evil" aus Hongkong, in der Tradition vornehmlich italienischer Schocker ("Killer Crocodile 1+2", "Mörder-Alligator", "The Last Jaws" ...).
Auch hier seien Verwechslungen im Dschungel des Tierhorrors nicht auszuschließen ...
Ich bin mir nicht ganz sicher ob einige Aufnahmen, sowohl der Reptilien, als auch dem thailändischen Dschungel, aus diversen Dokumentationen abgekupfert sein könnten (?), oder nicht ...
Ansehnlich sind sie allemal ...
Im Vergleich zu rüpelhaften "Shark Zone's" kann man das so stehen lassen ...
Will heißen: Rein inszenatorisch habe ich gerade auch im Bereich fast sämtlicher Horrorfilme schon wesentlich schlimmeres zu Gesicht bekommen ...
Entgegen der allgemeinen Meinung halte ich "Horror Crocodile" (1979) für durchaus gelungen und sehenswert.