Big Snuff
American Cannibale
The Slaughter
El Ángel de la muerte
Dieser Film ist eine echte Kuriosität, denn dieser kleine, miese 70er Jahre Schmuddeltrashfilm gab einem ganzen Filmgenre seinen Namen: SNUFF!
Als Snuff-Filme werden allgemein Filme bezeichnet, die einen realen Mord vor laufender Kamera zum Zwecke der Unterhaltung und des kommerziellen Gewinns aufzeichnen. Und dies ist nun das Machwerk, das trotz übelster Schauspieler, einer unendlich langweiligen Handlung und wirklich mehr als lachhafter Ketchupsplatterszenen zu einem in Fankreisen anerkannten Kultwerk und damaligen kommerziellen Erfolg geworden ist.
Vorab sei noch gesagt, dass es einige verschieden Schnittfassungen gibt mit teilweise unterschiedlichen Szenen, die dann auch noch unter verschiedenen Namen, wie oben zu lesen, vertrieben wurden.
Michael Findlay und Roberta Findlay, ein Filmemacherehepaar, wenn man es so sagen darf ohne wirkliche Filmemacher zu beleidigen, drehten im Jahre 1971, quasi in ihren Ferien in Argentinien, binnen ein paar Wochen einen Film über eine Frauen-Hippie-Rocker-Sekte um ihren männlichen Anführer Satan. Der Mann Satan ist ihr Gebieter und Meister und die Drogennehmenden und unterwürfigen jungen Frauen seine hörigen und gehorsamen Dienerinnen. Ihr Tagesablauf besteht aus Drogen aller Art zu nehmen, gegenseitigen Sexspielen, Raubmorden und anderen sadistischen Spielereien. Weil Satan es befiehlt bringt eine der Frauen z.B. am Flughafen einfach einen Senator mit einem Messer um. Weiter folgt belangloser, ja zum größten Teil sinnfreier Inhalt.
Wie man unschwer erkennen kann, bezieht man noch das Drehjahr 1971 hinzu, ist die im Film skizzierte Sekte eine Anspielung an den wahren Fall um Charles Manson.
Ja, aber der Inhalt vermeidet jede Logik, würde man die belanglosen Dialoge, die vielen gleichen Motorradfahrszenen, die völlig gescheiterten Karnevalsszenen, die unheimlich blöden Naturaufnahmen, Autofahrtaufnahmen, Bootfahrtaufnahmen und die einfach nur „ich räkele mich mal auf dem Bett oder Sonnenstuhl“-Szenen wegschneiden, dann hätten wir wahrscheinlich 25 Minuten Film bestehend aus Nacktaufnahmen, Sexszenen, Schiessereien, harmloser Folterszenen, Dummschwätz und Ketchupszenen.
Das sah auch die Verleihfirma Monarch Releasing Corp. so und der Film, der „The Slaughter“ heißen sollte verschwand für Jahre im nirgendwo unterm Tisch, da er so unsagbar schlecht war.
Erst 1976 bekam ihn der damalige Chef von Monarch Releasing Corp ., Allan Shackleton zu sehen und hatte eine geniale Idee. Er fügte am Ende des Filmes eine ca. 5 Minuten lange neue Szene ein. Diese neue Szene fügt sich recht gut in den Film ein. Dort sehen wir, wie eine kleine Filmcrew gerade eine normale Filmszene abdreht und nach der letzten offiziellen Klappe einfach eine der Darstellerinnen vor laufender Kamera zerstückelt und ausweidet. Dies ist dann auch wirklich die einzige recht glaubhaft und blutig gemachte Szene im ganzen Film.
Der Snuff-Film war geboren. Zu Vermarktungszwecken wurde noch auf alle üblichen Spielfilmelemente wie Anfangstitel, Namen der Schauspieler und der Techniker verzichtet und der Film wurde auch dank seiner miserablen Qualität als echter und natürlich auch illegal entstandener Snuff-Film auf den Markt gebracht und mit reißerischen Schlagzeilen, wie „so einen Film kann man nur in Südamerika drehen, wo ein Menschenleben nichts wert ist“ beworben.
Später stellte Shackleton das wieder als Marketinggag richtig, doch die Legende vom echten Snuff-Film blieb.