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In der griechischen Antike: Lesbengruppe krallt sich einen Vergewaltiger und übt grausame Rache an ihm...

Da war das Trash- und Porno-Regiepärchen Roberta und Michael Findlay ("Snuff", "Shriek of the Mutilated", "Das Orakel") wohl ein wenig auf dem Arthaus-Trip, um letztendlich nichts weiter als eine konsequente Fortführung der damals so beliebten Nudistenstreifen abzuliefern. Dass "Mnasidika" (der Name stammt in der Tat aus der griechischen Mythologie) gerne so unendlich mehr wäre als nur ein plumper Sexfilm, merkt man ihm in fast jeder Sekunde an. Leider fehlte es an Budget, Inspiration und der handwerklichen Kompetenz, um daraus einen echten Mindbender und eine echte Oddity aus dem damaligen Underground werden zu lassen. 

Also: Mann ermordet Frau irgenwo im Unterholz und wird dafür von irgendwelchen Weibern in Gewändern gerächt, so die Zusammenfassung des höchst inhaltslosen Streifens, der sich als Verbeugung vor den Werken aus der Stummfilmzeit sieht. Es gibt keine Dialoge, sondern nur kitschige Musik als Untermalung. Dazu allerhand farblich entfremdete Bilder, die vom Weichzeichner bis zum Farbfilter reichen. In endlosen Traumsequenzen tanzen nackte Frauen durchs Gras oder geben sich dem lesbischen Liebesspiel auf der Wiese hin. Vor allem die sexuelle Darstellung ist "Mnasidika" sehr freizügig für einen Film aus der damaligen Zeit, das Golden Age of Porn stand ja unmittelbar vor der Tür. 

Leider wird geradezu jede Sekunde mit irgendwelchen belanglosen Landschaftsaufnahmen rausgeschunden, von der tosenden Meeresbrandung bis zum grünen Mischwald ist alles drin. Zudem versagt "Mnasidika" als Rape´n Revenge-Movie genauso wie als seltsames Kunstobjekt, zumal der Streifen selbst für nur 70 Minuten Laufzeit schrecklich öde ist. Auch hier schauen nur Leute rein, die es mal wieder darauf ankommen lassen wollen, und nicht enttäuscht sind, wenn sich die nächste Rarität als erneuter Fehlgriff entpuppt. 4 von 10 Punkten. 

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