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Die „Best of the Best“-Serie gehört zu den wenigen Filmreihen im B-Genre, die durchgängig ordentliche Qualität bieten, und so weiß auch „Best of the Best 2“ dem Actionfan zu gefallen.
Alex Grady (Eric Roberts), Tommy Lee (Phillip Rhee) und Travis Brickley (Chris Penn), die amerikanischen Turnierkämpfer aus dem ersten Teil der Serie, haben inzwischen eine Karateschule in Las Vegas gegründet. Kurz stellt der Anfang noch mal die Helden für all diejenigen vor, die den Vorgänger nicht kennen, und nutzt dabei die Gelegenheit, die Credits noch mit ein paar gelungenen Kampfszenen aus dem ersten „Best of the Best“ zu untermalen.
Travis hat jedoch die ungute Idee an illegalen Zweikämpfen teilzunehmen ohne seinen Freunden davon zu erzählen. Ungeschlagener Champion und gleichzeitiger Besitzer des Schuppens ist der fiese Brakus (Ralph Moeller). Natürlich reißt Travis das Maul zu weit auf und fordert ihn zu einem Kampf – den Brakus zu einem Fight auf Leben und Tod macht. Damit man den Fiesling dann schon mal als extrem gefährlich etabliert, besiegt er Travis ganz einfach im Kampf und bricht ihn anschließend das Genick.

Allerdings ist Alex’ Sohn Walter (Edan Gross) Zeuge des Mordes und informiert Travis’ Freunde, die den Tod ihres Kumpans untersuchen wollen. Doch Brakus’ ist auf legalem Wege nicht dranzukriegen und bald sind auch noch seine Killer hinter Alex und Tommy her. Es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod…
„Best of the Best 2“ ist gute Genreunterhaltung, scheitert aber knapp an der Hürde zum Highlight im Bereich B-Action. Das liegt zum einen an der Story, die komplett nach Schema F abläuft. Die Mischung aus einer Art Turnierfilm plus Verschwörung abseits des Rings kennt man zur Genüge aus Filmen wie „King of Kickboxers“ oder „Balance of Power“ und natürlich kann man alle Probleme mit einem Schlag vors Fressbrett oder einem kräftigen Tritt in die Plauze regeln. Natürlich muss in der Mitte des Films auch noch bei jemandem, der Brakus’ Kampfstil kennt, besonders trainiert werden, damit den Fiesling dann auch wirklich effektiv umholzen kann.
Doch abgesehen von der Formelhaftigkeit funktioniert „Best of the Best 2“ schlicht und einfach: Regisseur Robert Radler zieht seine Story temporeich und lässt sogar ein solides Maß an Spannung aufkommen. Die paar Familienszenen von Alex und seinem Sohnemann fallen zum Glück auch nicht hemmend auf, auch wenn sie den Film nicht weiterbringen außer den Heroen etwas mehr Menschlichkeit zu verleihen. Hinzu kommt noch eine für B-Verhältnisse ziemlich gute musikalische Untermalung sowie Radlers gute Regieleistung, wodurch der Film auch stilistisch anspricht.

Warum gerade „Best of the Best 2“ oft als Highlight der Serie dargestellt wird, verstehe ich nicht so ganz, aber es könnte gut an der legendär verstümmelten deutschen Fassung liegen. Denn der härteste Film der Saga ist „Best of the Best 2“ jedenfalls, nur es fehlt mir die gute Story des dritten Teils sowie dessen Ausgewogenheit, da dieser Martial Arts, Verfolgungsjagden und Schießereien mischte.
In „Best of Best 2“ wird an sich gar nicht verfolgt, aber gelegentlich geballert. Die Shoot-Outs sind auch einigermaßen derbe, aber nur ordentlich inszeniert, denn die Stärke sind klar die Fights. Diese sind wirklich fantastisch choreographiert und zwar von Phillip Rhee, Simon Rhee und Ralph Moeller selbst. Vor allem das kampflastige letzte Drittel ist ein echter Leckerbissen für Genrefans, aber alle Fights sind wunderbar. Es gibt extrem spektakuläre Moves zu sehen, wobei man sich vor allem auf Phillip Rhee konzentriert, der hier die meisten Kämpfe bestreitet, da er auch am meisten draufhat. Rhee tritt trotz vergleichsweise geringer Körpergröße auf Kopfhöhe des riesenhaften Ralph Moeller, wirbelt wie ein junger Gott durch die Gegend usw.
Auch darstellerisch kann sich „Best of the Best 2“ als gutes B-Entertainment präsentieren. Phillip Rhee, Eric Roberts und Chris Penn gehören glücklicherweise zur Oberklasse im B-Bereich (Penn ist ja inzwischen auch häufig in Hollywoodfilmen zu sehen) und auch die Nebendarsteller machen ihre Sache gut. So gibt Wayne Newton launig den Moderator der Kämpfe, während Ralph Moeller als fieses Urvieh punkten kann und mit seiner Minimalmimik sowie seinem starken Akzent an seinen Kumpel und Vorbild Arnold Schwarzenegger erinnert.

„Best of the Best 3“ bleibt in meinen Augen das Highlight der Serie, aber dank der exzellenten Fights und der relativ spannend durchgezogenen Standardstory kann auch „Best of the Best 2“ eine Wertung von 7,5 Punkten einstreichen.

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