Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um eine Fortsetzung. So manchem mag dies bisher gar nicht oder erst später klargeworden sein, da der Vorgänger hierzulande unter dem deutschen Alternativtitel „Karate Tiger IV“ veröffentlicht wurde.
Unter allen FSK 18-Filmen, die durch unzählige und überlange Schnitte grausam entstellt worden sind, gibt es kaum etwas Vergleichbares. Bei buchstäblich jeder einzelnen Gewalt-Szene wurde mindestens einmal mit der Schere angesetzt. Man hat den Eindruck, als hätte Ascot, was bei dieser Firma öfters vorkommt, nur eine gekürzte FSK 16-Fassung veröffentlichen wollen, welche dann aber doch mit einer FSK 18-Freigabe versehen wurde. Indiziert ist das Werk zu allem Überfluss auch noch.
Ein paar Sätze zum Film selbst:
Star der Arena ist einmal mehr Tommy Lee alias Phillip Rhee, dessen Fähigkeiten sich im Vergleich zum ersten Teil deutlich gesteigert haben, aber nach wie vor nicht gerade revolutionär sind. Die Entartung des Charakters vom sympathischen Karate-Lehrer zum unter Selbstjustiz handelnden Verbrechensbekämpfer zeichnet sich hier bereits ab. Bei den Kampfszenen wurde viel Wert auf die Action gelegt, wodurch dann auch der Realismus letztlich etwas leiden musste.
Die Handlung weist, obgleich sie (typisch für einen Kampfsportfilm) recht simpel geraten ist, einige Ungereimtheiten auf. Auch im inszenatorischen Bereich zeigen sich mehrere zum Teil sehr auffällige Unsauberkeiten, die man hätte vermeiden können.
Positiv vermerken kann man sicher die aufwendig gestalteten Kulissen, die dem jeweiligen Schauplatz stets gut angepasst sind. Der anscheinende Versuch, mit dem „Kolosseum“ eine „Bloodsport“-ähnliche Atmosphäre zu schaffen, geht aber gründlich daneben.
Fazit: Der Film ist sicher kein Top-Werk, kann aber als überdurchschnittlich bezeichnet werden und dürfte für Genre-Fans eine willkommene Bereicherung sein. Auf jeden Fall ist er eines der besten Beispiele für die Auswirkungen der Medienzensur in Deutschland.