Joe und Claire haben ein romantisches Picknick geplant, doch dazu kommt es nicht. Wenige Meter entfernt stürzt ein Heissluftballon ab. Joe unternimmt mit einigen anderen Passanten einen Rettungsversuch, bei dem jedoch ein Mensch den Tod findet. Geplagt von Selbstvorwürfen, dass er nicht mehr ausrichten konnte, verläuft sein Leben danach sehr unruhig, auch eine Beziehungskrise deutet sich langsam an - doch dann kommt es noch dicker: Joe wird ständig von einem anderen Helfer der obigen Rettungsaktion beschattet. Als diese Verfolgungen immer mehr Einfluss auf sein Privatleben nehmen, stellt er ihn zur Rede, doch das interessiert diesen gar nicht und er observiert Joe unaufhörlich, bis es zu einer Katastrophe kommt....
Apropos Katastrophe: Also ich habe mich wirklich bemüht, das Ganze noch einigermaßen interessant zusammenzufassen, denn insbesondere der Drehbuchautor verbockt hier wirklich mehr als Gerhard Schröder in seiner kompletten Amtszeit. Lange wird der Zuschauer im Unklaren gelassen, was der Typ eigentlich von Joe will, aber das hätte man mal besser auch so beibehalten sollen, denn die Auflösung seiner Dauerobservierung ist so absolut behämmert, dass ich fast aus dem Sessel gefallen bin. Wer sich so etwas einfallen lässt, gehört normalerweise auf die Insel verbannt, auf denen die „LOST"-Bewohner leben.
Regisseur Michell will hier was ganz besonderes schaffen, nämlich einen kunstvollen Thriller, um sowohl den Normalo als auch Freunde des Arthauskinos zu befriedigen. Nette Idee, aber zu einem Thriller gehört nun mal Thrill, den sehe bzw. spüre ich hier aber weit und breit nicht. Die ersten Minuten, die das Unglück mit dem Ballon zeigen, sind wirklich toll in Szene gesetzt und sogar sehr originell, weil noch nicht tausend Mal gesehen, zumal der Film auch sofort zur Sache kommt. Seine künstlerischen Einstellungen behält er mit interessanten Kameraschwenks auch bei, doch mit fortschreitender Dauer der Geschichte langweilt ENDURING LOVE einfach zu sehr, da interessiert dann auch die schöne Kameraführung niemanden mehr. Und ich muss es einfach noch mal loswerden, so eine bescheuerte Auflösung habe ich seit 10 Jahren nicht mehr gesehen, und das bei meinem DVD-Konsum.
Auch die Dialoge wirken teilweise sehr gestelzt und total unrealistisch Ich habe jedenfalls noch nie Menschen dauerhaft so sprechen hören, vielleicht sollte ich dafür mehr in Künstlerkreisen verkehren. :o)
Daniel Craig - falls es irgend jemand in einem 200 Seelen Dorf im hinteren Hunsrück noch nicht wissen sollte - der neue Bond, was ja mittlerweile auf jedem Filmcover dick steht, auch wenn er nur eine Szene als Barkeeper oder Putzhilfe hat, schlägt sich noch ganz passabel, während Sam Morton, die ich sowohl in CODE46 als auch MINORITY REPORT richtig gut fand, gegen Ende auch sehr gelangweilt wirkt.
Gerade noch als passabel durchgehendes Kunstdrama (also das Wort Thriller passt hier wirklich nicht, sorry), das eigentlich toll beginnt und dann ganz schnell abbaut...
Gnädige 4 von 10