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Ein weiterer Film, dessen Titel völlig in die Irre leitet, denn hier werden keine Monster, sondern Serienkiller gejagt. Nein, gejagt werden sie auch nicht, vielmehr sind ein paar unfähige Ermittler mit dem Nichtstun beschäftigt, während der Rest aus kaum witzigen, pseudo-dokumentarischen Interviews besteht.
Das Konzept ist brauchbar, die Umsetzung jedoch alles andere als unterhaltsam ausgefallen.

Allein der titelgebende Monster-Hunter, verkörpert von David Carradine in einem Wahn an Overacting, verkommt zu einer grotesken Nebenfigur ohne eigentliche Funktion.
Die Cops in dem Kaff White Hills scheinen unfähig, also schaltet sich der FBI-Spezialist ein, denn er sieht das Dämonische in den Menschen und weiß es ihnen auszutreiben.
Zwei, drei markante Szenen bleiben ihm vergönnt, ansonsten dominieren hauptsächlich Mockumentary und Privatleben des Killers.

Gerade bei den Interview-Szenen hätte man deutlicher übertreiben müssen, um damit ins Parodistische überzugehen, was einzig während der Szenen mit des Killers Mom geschieht, die ständig mit einer Fliegenklatsche beschäftigt ist, beiläufig über das pausenlose Onanieren ihres Sohnes spricht und eigentlich alles hat vorzeitig kommen sehen. White Trash pur.
Demgegenüber bieten befragte Rednecks kaum Anlass zum Schmunzeln, die Hinterbliebenen der Opfer auch nur müde Klischees ohne sonderliche Überspitzungen und zu allem Überfluss schaltet sich ständig ein Psychiater ein, der mit seinen ausgelutschten Analysen eher nervt, als zu unterhalten.

Da die Interview-Sequenzen bereits etwa die Hälfte des Streifens ausfüllen, bleiben dem Killer und seinen Taten nicht allzu viel Zeit. Beim Töten sieht man ihn ohnehin nie explizit, nur als er von seiner eingeschüchterten Frau begrüßt wird, die dem nun freudestrahlenden Mann erklärt, dass sie schwanger sei, lässt man ihm etwas mehr Raum, seine zahlreichen emotionalen Facetten zum Ausdruck zu bringen, was Michael Bowen im Übrigen exzellent gelingt.
Als das Etwas an Handlung gar andeutet, es möglicherweise mit einem zweiten Killer im Ort zu tun zu haben, wird es sogar für einen Moment spannend und der nicht unwitzige Showdown deutet an, wie parodistisch treffend die Chose hätte ausfallen können.

Doch ständig nehmen die drögen Interviews den Drive raus, dann wieder David Carradine, wie er sich mit der Peitsche selbst läutert, obwohl man gar nicht so recht durchblickt, auf welcher Ebene der nun versagt haben soll und warum der eigentlich alienhafte Gestalten wahrnimmt. Es folgen abermals Ergüsse des befragten Psychiaters, ein paar Andeutungen des Dorfsheriffs über sein Buch über Serienkiller und nur am Rande und kaum in Aktion taucht der Killer auf, um den es hier eigentlich geht.

Sehr bizarres Zeug, die Zutaten passen kaum zusammen und das Konstrukt einer Parodie scheitert bereits an dem viel zu laschen Versuch, die Figuren überzeichnet darzustellen.
Hätte man sich verstärkt um den/die Serienkiller konzentriert und die Interviews auf ein Minimum gekürzt, wäre deutlich mehr drin gewesen, als ein trockener, teils fahriger Mix aus improvisierend wirkenden Darstellern und langatmigen Faseleien ohne Pointe.
3,5 von 10

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