Review

"Simon Birch" von Mark Steven Johnson

1. Story
Der 12-jährige Simon Birch (Ian Michael Smith) ist kleinwüchsig. Er weiß, dass er nie größer als ein Dreijähriger werden wird, ist aber sicher, dass das Schicksal Großes mit ihm vorhat. Sein großer Freund ist Joe Wenteworth (Joseph Mazzello), ein Außenseiter wie er selbst. Während Simons Eltern ihren Sohn ignorieren, kümmert sich Joes Mutter Rebecca (Ashley Judd) genauso liebevoll um Simon wie um ihren eigenen Sohn. Umso tragischer ist der Verlust, als Simon sie aus Versehen bei einem Baseballspiel tötet. Die Freundschaft zwischen Simon und Joe überlebt jedoch sogar dieses Unglück. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Joes unbekanntem Vater. Doch da ist ja noch die Tatsache, dass Simon zum Helden bestimmt ist...

2. Schauspieler
In "Simon Birch" glänzt allen voran natürlich der kleinwüchsige Hauptdarsteller Ian Michael Smith, der auch schon für die Hauptrolle in "The Mighty" im Gespräch war, jedoch abgelehnt wurde. Hier ist seine erste große Hauptrolle. Er spielt den jungen, pubertierenden Kleinwüchsigen, der gern über Gottes Absichten philosophiert sehr liebevoll, wobei eine geniale Darstellung herauskommt. Auch Joseph Mazzello überzeugt als Simons bester Freund Joe auf voller Linie. Mazzello war vorher u.a. in "Jurassic Park" und "Mississippi - Fluss der Hoffnung" zu sehen. Erfrischend gut sind aber auch die Darstellungen von Ashley Judd als Joes Mutter Rebecca und Simons großem Schwarm und Oliver Platt als Rebecca's neuer Lover. In einer Nebenrolle glänzt übrigens Jim Carrey als erwachsener Joe.

3. Musik
Komponist Marc Shaiman, der auch die Musik zum "South Park"-Film schrieb, entwickelte hier eine wunderbare Filmmusik, die immer zur jeweiligen Situation passt - ob melancholisch, dramatisch, komödienhaft oder bedrohlich -alles ist vorhanden.

4. Kamera
Natürlich ist bei so einer Art von Film keine herausragende oder innovative Kameraarbeit zu erwarten. Deshalb ist die Kameraarbeit von Aaron Schneider gewohnt routiniert wie eigentlich bei jedem Film.

5. Fazit
Mark Steven Johnson ("Daredevil"), der vorher als Drehbuchautor tätig war ("Big Bully", "Ein verrücktes Paar"), gab hier sein Regiedebüt und zauberte eine wundervolle Tragikomödie auf die Leinwand. Eine unterhaltsame und dramatische Mischung aus "Forrest Gump" und "Stand by Me". Der Film dürfte hierzulande eher unbekannt sein und ist deshalb als hervorragender Geheimtipp zu zählen. Die Schauspieler sind alle fabelhaft, die erwachende Sexualität der beiden Jungs wird witzig dargestellt - einfach alles passt. Vor allem die Szene, in der Simon beim Grippenspiel einer Mitschülerin an den Busen fasst, ist einfach sensationell komisch. Einfach ein fantastischer Film!

Anspruch: 2 von 5
Action: 2 von 5
Spannung: 3 von 5
Spaß: 4 von 5
Musik: 4 von 5
Gefühl: 4 von 5

Insgesamt: 10/10

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