Review


Inhalt:

China..., in den Jahren nach der bürgerlichen Revolution, als noch diverse Warlords die instabil-unsichere Lage für sich ausnutzten.
Einer (Tian Ming) von ihnen übt in einer Gebirgsprovinz ein tyrannisches Regime aus.
Dieser Warlord ist im Besitz eines royalen Siegels, einer wichtigen Insignie der Macht.
Dieses Siegel will ein Paar, der herausragende KungFu-Fighter Ma (Hsu Tian-De aka Hui Tin-Tak) und seine Gefährtin, die so schöne wie ebenso starke KungFu-Kämpferin Ching Ling (Wan Chan), dem Tyrannen entreißen.

Es kommt zu etlichen Kämpfen..., immer wieder muss sich das Paar neuen Schergen und Kämpfern des Warlords stellen.
Der Warlord veräußert das Siegel an die Japaner, an deren Anführer Kano (Bruce Li), der mit diesem Siegel per fingiertem Güter-Eisenbahnzug türmen will.
Doch das chinesische Paar, das Unterschlupt bei einem Wirtshaus-Besitzer (Chen Chiu) und weitere Verbündete fand, überfällt den Zug, es kommt zu einem heftigen Kampf. Und die Chinesen erlangen das Siegel.
Ah Chu (Pan Chuan-Ling aka Poon Chuen-Ling), einer der vermeintlichen Mitstreiter des Paares, behält das Siegel ein.

Die Japaner indes wollen das Siegel wieder erlangen, und ein überaus gefährlicher, tätowierter Killer (Chow Ming-Ching) ist auf der Spur der chinesischen Patrioten.
Ma nimmt die Sache jetzt alleine in die Hand: Es kommt zum Duell mit dem Killer..., und dann zum Kampf mit dem Warlord und  dessen Handlangern.
Schließlich kommt es gegen den Verräter Ah Chu zum alles entscheidenden, überaus brutalen Show-Down..., zum Kampf auf Leben oder Tod...!


Fazit:

Im Jahre 1972 drehte Regisseur Ho Yu-Ming für das Label "Kim Wa Production" auf Taiwan diesen weiteren, knallharten KungFu-Actioner im reellen Stil der das Genre prägenden Bruce Lee-Eastern jener Zeit.
Es entstand ein einfacher, puristischer und eisenharter KungFu-Film, für die eingefleischten Anhänger des Old-School-Martial-Arts-Genres.

In kostengünstig wirkender Ausstattung, aber gediegener Atmosphäre -erodierte Felsschluchten unter blauem Himmel, kommt immer als Location für Fight-Szenen gut-, wirkt die Story zunächst äußerst marginal und nicht ganz übersichtlich. Ein Paar, ein junger Kämpfer und eine junge Fighterin, taucht unvermittelt in einer Provinz auf, es geht um ein Siegel, dass sich im offenbar nicht rechtmäßigen Besitz eines Warlords befindet, und diverse Kämpfer des Villain stellen das Pärchen zu etlichen Fights.
Das wirkt anfangs inkohärent und zusammengeschustert, fast wie eine Fight-Collage ohne jeglichen Tiefgang.
Doch mit der Zeit entwickelt sich dieses Ringen um ein Siegel, mit immer neuen Figuren und Verrat-Twist, sowie der ganze Spannungsbogen dieses Streifens, fast subtil zu einem sich immer mehr verdichtenden, intensiven Klasse-Actioner...!

Natürlich ist "Duel in the Tiger Den" ein reinrassiger, puristisch-routinierter KungFu-Actioner, ein Fight folgt dem nächsten, die Story dient nur dazu, einen KungFu-Fight an den anderen zu reihen.
Es ist ein harter, intensiver KungFu-Film, der voll auf die Action-Karte setzt. Der Kniff an der Sache ist hier, dass die Zusammenhänge anfangs nicht eindeutig sind, der Betrachter verwirrt ist was die Motivationen der Helden betrifft, und sich das erst im Laufe sich immer mehr verdichtend herauskristallisiert.
Irgendwie besonders, hm, man kann es schwer umschreiben. Aber klasse..., mir gefiel dieser spezielle Aufbau, der sich erst so richtig im Verlaufe erschließt.

Auch die Besetzung, der Cast, ist speziell. Aber es scheint so, dass "Duel in the Tiger Den" den Haupt-Darstellern nicht viel Glück brachte, was aber angesichts der vor allem physisch kernigen Performance etwas verwundert.
Der Held des Films, Hsu Tian-De (aka Hui Tin-Tak) drehte lediglich 8 Filme, die Haupt-Darstellerin und an der Seite des Helden... Wan Chan, indes gar nur diesen einen Streifen.

Hsu Tian-De ist hier der wenig Worte machende Super-Fighter, der kompromisslose, einsame, harte Kämpfer. Eine natürlich sehr action-lastige, physisch orientierte Rolle..., und er ist ein klasse KungFu-Fighter. Mehr gibt es über seine Rolle hier denn nicht zu sagen. Angelehnt ist das hier natürlich an die Rollen-Bilder Bruce Lee´s, der ab "Die Todesfaust des Cheng Li" ("The Big Boss", 1971, siehe mein Review auf dieser Website) den Takt im Genre vorgab. Hsu Tian-De ragt da natürlich nicht heran, macht aber seine Sache richtig gut, verbissen, agil, eisenhart.

Wan Chan geht an seiner Seite und in diesem maskulin geprägten Film fast erwartungsgemäß unter..., im gedehnten, mehrteiligen Showdown-Geschehen ist sie gar ganz ausgespart. Aber ihre Fight-Sequenzen sind stark, und sie ist zudem eine apart-niedlich anzuschauende junge Dame.

Interessanter sind da natürlich die diversen Villain-Figuren, die immer wieder neu in diesen Streifen eingestreut werden. Tian Ming steht als skrupelloser Warlord an ihrer Spitze, er spielt das routiniert-sauber. Erst schickt er diverse Killer vor, dann muss er sich dem Helden selbst stellen.
Der Darsteller Chen Shen-Lin ist einer dieser Villain-Fighter mit arglistig-böser Aura..., dann Chow Ming-Ching, der als brandgefährlicher, tätowierter, japanischer Killer fast schon eine comicverzerrte Figur hier darstellt.
Hauptgegner, sich erst im Schluss-Drittel als solcher herausstellend, ein Verräter in den eigenen Reihen, was den Twist hier bedeutet... ist Pan Chuan-Ling (aka Poon Chuen-Ling).
Auch er agiert solide-routiniert..., und verlangt im brutal-blutigen Finale dem wortkarg-einsamen Helden denn alles ab.

Interessant im Cast ist hier... Bruce Li. Bevor er zum Bruceploitation-Star "Nummer 1" aufgebaut wurde..., hat er hier einen kurzen Auftritt, Bruce Lee lebte da ja noch.
Bruce Li liefert sich hier als Boss der japanischen Bösewichte einen fulminanten Fight auf einem Eisenbahn-Güterzug..., eine der besten Kampf-Szenen in diesem Actioner, und das bringt mich schlussendlich zu den KungFu-Sequenzen dieses Films.

Knallharte, brutale Fight-Action..., so wird KungFu reell gekämpft. Der puristische, realistische Stil den Bruce Lee in seinen Filmen einführte, ist auch hier Vorbild. Das brachiale Dubbing, die hohe Intensität der KungFu-Kämpfe, die hohe Fight-Dichte, lässt alles so ungemein hart, so gnadenlos, wirken..., und der Fan so eisenharter KungFu-Actioner kommt voll auf seine Kosten.
Das Finale ist mehrgeteilt..., und das End-Duell natürlich ein dramatischer, blutiger Kampf auf Leben oder Tod.

Es fehlt in solchen KungFu-Actionern natürlich die große Geschichte, die episch-ambitionierte Breite und die hohe Kunst in Darstellung und cineastischem Anspruch. Aber "Duel in the Tiger Den" will all dies gar nicht in sich haben.
"Duel in the Tiger den", einfach, sich verdichtend, eisenhart und pure KungFu-Action, nicht mehr... nicht weniger.

7/10.

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