Review

In "Sie leben!" spielte der kanadische Wrestler Roddy Piper sogar kurz in der A-Liga, während ansonsten DTV-Produktionen angesagt waren. Doch Piper machte sich einen guten Namen im B-Bereich, der Mann hat einfach Ausstrahlung, wie er auch wieder bei "Jungleground" beweist. Eintagsfliege Don Allan liefert nicht direkt eine Perle beim Publikum ab, doch hinter "Jungleground" steckt ein ordentliches Budget und die Charaktere sind auch vernünftig.
Zwar herrscht im Grunde genommen nur ein Bandenkrieg, doch gerade die Einstellung von Dragon (Peter Williams) keine Drogen zu dulden, ist eine erfrischende Abwechslung. Sein Partner Odin (JR Bourne) denkt darüber leider anders, wie wir später noch erfahren. Doch mittlerweile gehen ins Viertel "Jungleground" nicht mal mehr die Polizisten, nur Lt. Jake Cornell (Roddy Piper) wird nach einer Schießerei von Odins Mannen gefangen genommen und das Ziel bei einer blutigen Menschenjagd. Bis Sonnenaufgang muss er es aus "Jungleground" rausschaffen und in seiner Wohnung sein, sonst wird seine Freundin Samantha (Torri Higginson) getötet.
Allan kann hier für richtig Atmosphäre sorgen, wenn nicht sogar ein bisschen Endzeitstimmung, obwohl der Film im hier und jetzt spielt. Aber das heruntergekommene Viertel "Jungleground" ist sehr düster gehalten und strahlt eine gewisse Bedrohung aus. Hintergründig sorgt der stets präsente Score von Varouje für zusätzlich Flair.

Schon an der schicken Pyrotechnik zu Beginn lässt sich erkennen, dass man hier etwas mehr investiert hat. Bildschirmfüllende Explosionen in B-Actioner dieser Art sieht man nämlich nicht sehr oft.
Für den Rest sorgt die temporeiche Inszenierung, die auch nicht lange fackelt und Cornell nach einer kurzen Kennenlernphase mitten in den Kugelhagel schickt. Dabei präsentiert sich Roddy Piper gewohnt charismatisch und humorvoll, was schon das Abservieren des schmierigen Galeriebesitzers beweist. Denn Freundin Samantha hat ihre erste Kunstaustellung, von der Jake leider kurzfristig wegbefohlen wird. Zusammen mit einem Undercover-Agenten und seiner Truppe soll Jake einem inszenierten Drogendeal beiwohnen, der in einer Schießerei endet.
Leider ist gerade Bandenoberhaupt Odin ein Fiesling von der Stange, der gerne mal seine eigenen Leute bei Versagen exekutiert. Die hier gezeigte Methode zeugt immerhin von Einfallsreichtum, auch wenn es grausam ist. JR Bourne (Butterfly Effect 2, Sisters - Tödliche Schwestern) gibt sich aber wirklich Mühe und verkörpert den hinterlistigen Odin sehr gut. Dragon ist da schon ein anderes Kaliber, der sich immer mehr in einen Gewissenskonflikt hineinsteigert. Zwar gehört auch er zu Jakes Jägern, doch besonders der Tod seines kleinen Bruders Gameshow (Joel Gordon) rüttelt ihn wach. So kommt es zu einem Konflikt zwischen ihm und Odin, welcher der Story gleich ein anderes Format verpasst. Richtige Wendungen gibt es zwar nicht, doch Jakes schier aussichtslose Situation kann für Spannung sorgen.

Denn Jake muss erstmal den Weg aus "Jungleground" finden und seine Jäger lassen ihm kaum Ruhepausen. Dafür erhält er unerwartet Hilfe von der Prostituierten Posie (Rachel Wilson), die ihn zum einzigen Ausgang bringt, der wird natürlich gut bewacht.
An Action hat der Film eigentlich das ganze Paket zu bieten, vom Zweikampf oder Shootout, bis hin zur Verfolgungsjagd. Richtig spektakulär oder brutal wird es zwar nie, aber handwerklich kann man sich auch nicht beschweren. Eingebaut werden auch einige von Roddys Wrestlingmoves, im Grunde genommen geht es schön old schoolig zur Sache.
Zwischendurch schwenkt Allan auch immer mal zu Samantha, die einen ihrer Häscher schon ausschalten konnte. Ihre Wohnung wird auch Schauplatz für den Showdown, wo es nochmal richtig zur Sache geht. Der gute Ausgang ist zwar vorprogrammiert, doch diese nonstop Hetzjagd sorgt durchweg für gute Unterhaltung, hinzu kommen glaubwürdige Darsteller und allen voran Roddy Piper, dem diese Rolle wieder sichtlich Spass gemacht hat.

"Jungleground" ist die richtige Adresse für gute B-Action. Das liegt nicht nur an Charmebolzen Piper, sondern auch an den hübsch düsteren Kulissen, einem hohen Erzähltempo durch kontinuierliche Action. Natürlich bleibt die Story dabei auf der Strecke, aber zusätzlich punktet man mit schicken Sachschäden, bis hin zur Bildschirm füllenden Explosion.

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