Review


Inhalt:

Japan, in der zweiten Hälfte des Tokugawa-Shogunats (1603 - 1867), jener feudalen Edo-Ära, als die Samurai über das Land herrschten.
Der blinde Masseur und exzellente Schwertkämpfer Zatoichi (Shintaro Katsu), auf seiner Tour durch das Land, den Schwachen beistehend und das Böse bekämpfend, will das Dorf seiner Großmutter erreichen, dann Ruhe und Frieden finden.

Zatoichi wird dabei von Yasuhiko (Fujio Suga) verfolgt, dem jüngeren Bruder von Yakuza-Boss Kanbei, den Zatoichi einst töten musste.
Yasuhiko fordert ein Duell mit Zatoichi, um seinen Bruder zu rächen.

Im Dorf seiner Großmutter, bei der er Obdach findet, trifft Zatoichi auf seinen alten Meister, seinen Sensei den er 4 Jahre zuvor verließ, und bei dem er lernte wie und wann man ein Schwert zu führen hat: Banno (Seizaburo Kawazu).

Banno lebt mit seiner 18 Jahre jungen Schwester zusammen, der bildschönen Yayoi (Mikiko Tsubouchi).
Diese will Banno mit Maruoko, einem Sohn einer wohhabenden Samurai-Familie, verheiraten.
Yayoi will jedoch diese Ehe nicht eingehen, stattdessen hegen sie und Zatoichi immer mehr Gefühle füreinander, welche sich zunehmend verstärken.
Zatoichi bittet Banno um die Hand Yayois, doch dieser lehnt ab, Zatoichi dabei noch verspottend.

Banno ist ein durch und durch schlechter Mann, stets auf den eigenen Vorteil sinnend, und in unlautere Machenschaften verstrickt.
So wird denn Zatoichi auch in das Vorhaben Bannos hineingezogen, Kingo, den Sohn eines reichen Samurai zu entführen, um den Yakuzas der Bande der "Mito-Tengu" bei ihrer Flucht zu helfen.

Zwischen Yasuhiko und Zatoichi kommt es nicht mehr zum geforderten Duell. Yasuhiko hat Respekt vor dem Gelübde Zatoichis, der um Yayois Willen nicht mehr zum Schwert greifen will.
Banno tötet indes Yasuhiko sowie den Vater Kingos eiskalt, um das Lösegeld von 300 Ryo für sich zu behalten.

Es ist an der Zeit für Zatoichi, aufzuräumen, sowie Banno aufzuhalten und in die Schranken zu weisen.
Erst kommt es mit den "Mito-Tengu"-Yakuzas zum gnadenlos-blutigen Kampf.
Dann ist ein Duell zwischen Zatoichi und seinem Sensei von einst, unausweichlich. Es kommt zum Show-Down um Leben oder Tod!


Kritik:

Im Jahre 1963 dirigierte Regisseur Tokuzo Tanaka diesen äußerst soliden und spannenden Chanbara als den 3.Teil des legendären Zatoichi-Filmserials.

Erstmals in Farbe, entstand ein insgesamt stimmiger ´Zatoichi´-Streifen, der wieder alle Ingredenzien dieses Serials aufweist, und somit einmal mehr eine kurzweilige, mit interessanten Facetten versehene Unterhaltung dem eingefleischten Chanbara-Fan bietet.

Wieder stark fotographiert, mit ansprechender Bildführung in Szene gesetzt, wieder in pittoresker japanischer Landschaft vor allem eingangs des Films, dann aber in detailliert-authentisch altjapanischen Indoor-Sets gedreht, ist wieder für eine gediegene Chanbara-Atmosphäre gesorgt.

Da stimmt mal wieder alles für das Auge des Zuschauers, und die Story ist so einfach wie spannend inszeniert, mit allen typischen Nuancen und Stilmitteln des Serials um den blinden Masseur, jenem herausragend-superflinken Schwertkämpfer und Kulthelden.
Eben jener wandernde Held gegen mal wieder bitterböse Yakuzas, der in die Machenschaften dieser Villains hineingezogen wird, eine schöne wie schutzbefohlene Frau, und blutige Kenjutsu-Fightaction.

Die Gamble-Szene fehlt ebenso wenig wie die gefühlvoll, melancholische wie feinsinnige Dialogszene. Hier zwischen dem Helden -wie immer gelungen von Shintaro Katsu verkörpert, zunächst plump erscheinend, doch ist der Kultheld dann wieder so rechtschaffend wie flink-blitzartig wenn es drauf ankommt- und der schutzbefohlenen Schönen, die Gefühle füreinander hegen, ja aufrichtige Liebe.
Mikiko Tsubouchi spielt die weibliche Rolle so tapfer wie hingebungsvoll, eine starke darstellerische Leistung. Und sie ist bildschön, so zerbrechlich, so verzweifelt, so ist ihre Figur und die Actrice verkörpert das überzeugend.

Spannung bezieht dieser Chanbara durch den besonderen Hauptvillain. Was hat es mit diesem "Banno" auf sich? Dieser war der Sensei, also der Schwertmeister des Kulthelden. Also ebenso ein rechtschaffender Typ?
Sollte man meinen, doch mitnichten ist dem so.

Ein durch und durch schlechter Mensch, der die Schwester ebenso für sich ausnutzt wie wohl jeden anderen inklusive ´Zatoichi´, für den er nur Spott übrig hat, als sich dieser und die Schwester ihm gegenüber ihre Gefühle füreinander betreffend offenbaren.
Er mordet eiskalt, ist geldgierig und verschlagen. Also ein besonderer Villain diesmal, was alles insbesondere würzt.
Seizaburo Kawazu spielt diese Rolle perfekt, und der sich immer mehr verschärfende Konflikt zwischen dem Sensei von einst und dem Kulthelden, ist hier der zentrale Aspekt der sich zunehmend verdichtenden Spannung bezüglich der Story dieses Chanbara.

Fast eine Art Nebenhandlung bietet da dann noch die Figur des "Yasuhiko", solide und überzeugend von Fujio Suga dargestellt, der den Helden verfolgt und aus Rache ein Duell mit diesem einfordert.
Dazu kommt es nicht mehr, als nach einer dramatischen Gamble-Sequenz, ´Yasuhiko´ Abstand von diesem Duell nimmt, aus Respekt vor ´Zatoichi´, der für seine Liebe seinem bisher von Gewalt geprägten Leben entsagen will.
Im Anschluss verbindet Regisseur Tanaka dann diese beiden Handlungsstränge, und der wahre Villain kristallisiert sich für ´Ichi´ und den Betrachter nunmehr endgültig heraus.

Abgerundet wird das alles dann natürlich noch durch die einmal mehr gelungene, ansprechend choreographierte Kenjutsu-Fightaction.
Wieder rasante, blutige Fights, und der mega-flinke und blitzartig agierende Kultheld kämpft sich vor allem durch den zweigeteilten Endfight, "1 vs. 5+" gegen eine Yakuza-Bande, dann kommt es zum unausweichlichen Duell als dem finalen, dramatischen Schlusspunkt.

"New Tale of Zatoichi" bietet, als 3. Teil des legendären Filmserials, dem Chanbara-Fan einmal mehr eine gängig-routinierte, saubere und gefällige Unterhaltung.

7/10.

Details
Ähnliche Filme