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Willkommen auf der hässlichen, schmuddeligen Seite des Wilden Westens, wo die Cowboys Orgien feiern. Zu spanischer Gitarre und quietschender Trompete wird hemmungslos gegrabscht und geschändet. Viel übler und heftiger als die Vergewaltigungen in diesem Sexploiter sind aber eigentlich die harschen und zutiefst diskriminierenden Sprüche gegen die Mexikaner. Wir wissen ja alle, dass die Leute aus dem Land der Azteken bis zum heutigen Tag in den USA einen schweren Stand haben und von den Angloamerikanern oft als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden, aber die fragwürdige und undifferenzierte Darstellung von Herren und Dienern im Film ist schon krass. Ich verurteile das auch bis aufs Schärfste! Trotzdem glänzt diese fiese Fußnote im Genre auch durch brauchbare markige Sprüche. Und schließlich ist der dreckige, kleine Sex- und Gewaltwestern mal ein Kontrastprogramm zu John Wayne und Clint Eastwood.
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Lee Frost war als (S)exploitation-Regisseur seiner Zeit oft weit voraus, was aber heute kaum noch jemand weiss, da seine seine Filme meist nicht nur für ihr Alter ziemlich heftig, sondern auch ziemlich schlecht waren. So auch der ebenso zynische wie öde Sex-Western "Folterranch der gequälten Frauen", der ausser diversen genüsslich zelebrierten Vergewaltigungsarien keinerlei "Höhepunkte" aufweist. Jene erwecken zuweilen den Eindruck, Frost wolle mit diesem Streifen nur eigene voyeuristische Triebe befriedigen - ist schon ziemlich geschmacklos, das ganze. Fazit: gerade noch so anschaubar wegen der bemerkenswert dreckigen Atmo und der knusprigen Virginia Gordon.