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Das die Asiaten eine etwas andere Einstellung zu Gewalt in Filmen haben ist ja hinlänglich bekannt. Kein Wunder also, dass mit Frauen im Foltercamp einer der derbsten Beiträge zum Women in Prison Genre aus Hongkong stammt. Streiten kann man jetzt zwar sicher, ob das Ganze wirklich ein klassischer WIP-Film ist, oder nicht vielleicht doch eher etwas mehr in Richtung Lagerfilm geht. Aber sei's drum, ist ja eigentlich eh das gleiche.

T.F. Mous, der später bei Men Behind the Sun auch nicht gerade zimperlich zu Werke ging, erzählt die Geschichte von chinesischen Flüchtlingen, die illegal nach Hongkong einreisen wollen. Der Großteil von ihnen wird aber schon an der Grenze von der Polizei erwischt. Einer kleinen Gruppe gelingt jedoch die Flucht weiter ins Landesinnere. Hier werden sie dann aber von skrupellosen Menschenhändlern gefangen genommen und in ein heruntergekommenes Lager gesperrt. Dort erwatet sie die Hölle auf Erden, den die Aufseher schlagen und vergewaltigen die Flüchtlinge immer wieder. Als die Grausamkeiten überhand nehmen, proben die Geschundenen den Aufstand...

Teilweise ist das schon recht herbe was dem Zuschauer hier präsentiert wird. Es gibt zwar keine wirklichen Splatterszenen, dafür aber zwei bis drei heftige Vergewaltigungen, Frauen werden einfach so angezündet oder wie Abfall durch die Gegend geworfen und die restlichen Gefangenen nahezu pausenlos mit Stöckern geprügelt.
Die Atmosphäre des Films ist so größtenteils wirklich bedrückend, was nicht zuletzt auch am dreckige Grundton des Ganzen liegt. Die Flüchtlinge werden wie Vieh in einem gammeligen Stall gehalten, schmieren sich mit Fäkalien ein um nicht misshandelt zu werden und müssen fast die ganze Zeit über nackt herumlaufen. Dabei wird auch absolut kein Unterschied zwischen Mann und Frau gemacht (auch ein Grund warum WIP hier eventuell nicht so ganz passt und der deutsche Titel mal wieder ziemlicher Unsinn ist). Eine der übelsten Szenen ist dann auch die Vergewaltigung eines jungen Mannes, der dem Chef der Bande an einem Stuhl gefesselt, als Geburtstagsgeschenk verpackt, ins Büro gestellt wird.

Ob einem das Ganze in irgendeiner Form zusagt bleibt natürlich Geschmackssache. Die Inszenierung kann sich aber auf jedenfall sehen lassen und bietet wenig Anlass zur Kritik. Die Geschichte wird flott erzählt, es gibt einige nette Einstellungen (Kamerafahrt durchs Grass, Feuerzeug aus Egosicht) und auch die Darstellerleistungen sind ordentlich. Der Obermotz kommt schön schleimig fies rüber und den Opfern nimmt man die Qual zum größten Teil auch ab.

Inwieweit man Mous mit seinem Werk dann jetzt aber Sozialkritik bescheinigen kann ist sicher fraglich. Der Umgang mit Flüchtlingen ist zwar auch in der heutigen Zeit oftmals noch nicht besonders toll und war Anfang der 80er Jahre in Asien sicher um vieles Schlimmer, angesichts einger Szenen und des Verlaufs des Films würde ich aber sagen, dass die Intentention der Macher dann doch eher heftige Sexploitation war. Verkauft sich ja auch einfach besser.

Bemängeln kann ich eigentlich nur die typisch asiatischen Alberheiten, die auch bei jeder noch so üblen Thematik wohl irgendwie dazugehören müssen. Wenn die miesen Typen hektisch durch die Gegend hüpfen oder komische Grimassen schneiden, dann passt das eigentlich so gar nicht zur Grundstimmung des Films. Genau so wie die Spencer/Hill/KungFu-Film Treffersounds bei den doch recht zahlreichen Schlägereien. Aber egal, andere Länder, andere Sitten und der düsteren Gesamtatmosphäre tut das auch keinen Abbruch.

Unter dem Strich bleibt also ein sehr heftiger WIP/Lagerfilm aus Asien, den sich Exploitation-Fans unbedingt mal anschauen sollten. Brutal, ohne Kompromisse und dazu noch richtig ordentlich inszeniert. Das gibts auch nicht alle Tage. (7/10)

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