Möglicherweise lag es an einem autarken letzten Aufbäumen von Carradine, dem vergleichsweise frühen Erscheinungsjahr noch, der Konkurrenz durch Mitspieler 'Bruce Ly', hinter dem man nicht zurückbleiben wollte oder der Tatkraft von Regisseur Roger Mende, dass der für das Action-(Videotheken) Publikum geschaffene Open Fire trotz der Einschränkung der Herkunft hier und da tatsächlich auch explosive Überraschungen und flammende Bilder für seine Klientel hergibt. Vielleicht war es auch bloß die Anwesenheit von Tochter Kansas, dass der alte Haudegen seiner Vaterfunktion getreu hier nochmal alles zeigt und auch das Team mit anspornt bzw. ihnen als Star und Zugpferd und Leg Fighter die Leviten liest. Gewinner ist auf jeden Fall der Zuschauer, der phasenweise große Augen macht angesichts des Gebotenen; dumm nur, dass die Schar der Konsumenten eher klein geblieben ist und auch die Mundpropaganda nicht so richtig wirksam und aktiv. Granaten zu Lande, Granaten zu Wasser, Dynamitstangen unter einen ganzen Wagenkonvoi, ein Krokodilsangriff in einem See, der bald komplett in Flammen aufgeht und vieles Mehr:
In der Kleinstadt Los Flores im südamerikanischen San Carlos ist der US-Gouverneur Joe Rourke [ David Carradine ] zu Gast, zumal seine kleine Tochter Gina Rourke [ Kansas Carradine ] und die Mutter Gabby Rourke [ Ashley F. Brooks ] als Mitglieder und Initiatoren eines Kinderchors für den Weltfrieden im Örtchen auftreten. Zeit für den Terroristen Pecos [ Alexander Markousky ], diesen Anlass zu nutzen, um den Bus mit dem Chor während einer blutigen Attacke auf die Feier zu entführen, trotz erbitterter Gegenwehr vom eigens als Schutz abgestellten Master Ly [ Henry Yu Yung ] und seiner Truppe, die allesamt aus schlagkräftigen Mädels wie Morgan [ Christina Lunde ], Diane [ Marie-Hall Brown ], Linda [ Wanda Acuna ] usw. besteht.
Ein Dutzend schlagkräftiger und optisch attraktiver Frauen als Begleitschutz. Dazu ein Bruce Lee-Epigone und gescheiterter Shaw Bros. Nebendarsteller mit Pottschnitt als deren Trainer und Anführer. Kung Fu Künste im Rosengarten als erste Einstimmung auf kommendes, während die Bösen in der Geschichte mit dem dressierten Raubvogel auf dem Arm herumlaufen und bald paramilitärisch in dieser tropischen Bananenrepublik hier einmarschieren. Positiv und negativ, Yin und Yang wird hier überzeichnet und offensiv strapaziert, ordentlich Druck gemacht durch schnelle Ankündigungen und eingeworfene Satzfetzen, die aus einer eigentlich privaten Reise rasch den politischen Umsturzversuch folgen lassen und wo die Rebellen aufgrund der Vietnamkriegsvergangenheit des beizeiten verärgerten Gouverneurs die blutige Nase riskieren.
“Open Fire!“ als das Startsignal von Pecos, der erste rabiate Angriff auf eine bis dato friedliche Festivalität, der Überfall von Söldnern auf die ahnungslose zivile Bevölkerung, die von Maschinengewehrfeuer in die bunten Girlanden und den Staub der Straße geschickt werden und von den Granatwerfern weggeschleudert und zerpflückt. Ein Massaker als 'Tarnung' und Ablenkung, wird doch ein Kidnapping im großen Stil damit ermöglicht, trotz erbitterter Gegenwehr des kickfreudigen Kriegshelden und einer Verfolgungsjagd mit mehreren bereits brennenden Vehikeln einmal quer über den zerbombten Marktplatz und dann durch die lodernden Trümmer wieder zurück. So sloppy wie der Schauplatz schon im heilen Zustand aussah und so ärmlich bis dahin das Chargentum fast aller Beteiligten und der Gestus der Produktion: Der erste Höhepunkt hier ist tatsächlich ein Bild für die Ewigkeit und drei Ausrufezeichen im scheinbar mühelosen Nebenher. Pyrotechniker und Stuntspezialisten um Second Unit Director Rene Cardona III machen Überstunden in Sachen Feuerhölle und Funkenregen, da werden gar in geschlossenen Räumen Panzer benutzt und Granatwerfer, der Rest lässt alles Federn; gedreht in Mexiko und laut Angaben ohne Lohn für die Darsteller und den Regisseur, welche allerdings auch keine Leistung bringen und kein Entgelt verdienen.
Denn als das große Vernichtungsmonster vorüber und vorbeigezogen ist und aus dem lieblichen Städtchen hier Kleinholz und es dem Erdboden gleichgemacht hat, es mitnichten Pause mit der Aktion, liegt dann allerdings der namhafte Hauptdarsteller selber kränklich bzw. verletzt im Bett und überlässt das Schlachtfeld vor allem der Panther Squad in ihren engen Hosen; die Damentruppe schlägt sich auch ganz tapfer, das Dauerfeuer aus den Schnellfeuerrohren und die Gasbömbchen hat trotz durchaus Dichte zu den ihre eigenen brenzligen Stunts absolvierenden Figuren aber nicht mehr den vorherigen Effekt, die einleitende Nummer war bislang schon der Höhepunkt und dies mit reduzierter Schießerei im Ödland eines ausgetrockneten Flussbettes zu toppen geht schlecht. Dass sich die Mädels in Leggins, Lack und Leder auch noch verlaufen ("I think, we're lost."..."Is that a snake?" - "No, it's just a brench. I think..."..."We just past this spot." - "How can you tell? Everything looks the same."), insgesamt nicht wie die Hellsten wirken und deren simples Gedankengut auch in ebensolchen Sätzen und jedes Mal haarklein und ohne jede Lippenbewegung, also einfach bloß in der Tonspur vorhanden wiedergegeben wird, macht die Sache nicht besser und wirkt zuweilen schon recht debil. Dramaturgisch ist man spätestens da mehr als dünn, das Drehbuch der vielzitierte Bierdeckel und auch ansonsten öfters mal ein Lacher vor dem Herrn.