In ihrer Kindheit wurde eine junge Frau von der Zwillingsschwester am Geburtstag gequält und nach Jahren der Trennung meldet sich die durch eine Krankheit entstellte Schwester nun zurück, um den gemeinsamen Geburtstag erneut mit Grausamkeiten gebührend zu feiern.
"Madhouse - Party des Schreckens" ist einer der wenigen berühmt berüchtigten Slasher, die bisher komplett an mir vorbeigegangen sind, doch in Zeiten der digitalen Filmauswertungen war es mir nun möglich, einen Blick auf dieses Werk zu werfen und ich muss sagen, dass es mir sehr zusagt.
Der Film fängt mit einer stimmigen Einführung der Hauptfigur an, nämlich der jungen Frau, die als Lehrerin in einer Schule für taubstumme Kinder arbeitet und nach und nach wird aufgezeigt, dass sie eine im Krankenhaus liegende Zwillingsschwester hat, die durch eine Krankheit entstellt ist, was ihren in der Vergangenheit schon ausgeprägten Hass gegen ihre makellose Schwester, der sich am Geburtstag durch Quälereien entlud, noch verstärkt. Das Ganze gipfelt dann in einem Wiedersehn der Geschwister im Krankenhaus, bei dem die Bettlegrige erneute Grausamkeiten ankündigt. Fortan geschehen im Umfeld der Lehrerin Morde an ihr nahestehenden Personen und am Ende steht eine makabere Geburtstagparty an.
Umgesetzt ist das Treiben äußerst ansehnlich, denn es wird ständig eine stimmige 80er Jahre Slasherfilmatmosphäre verbreitet, welche ich sehr schätze. So kann man es auch verkraften, dass vor allem im Mittelteil stellenweise wenig inhaltlich Ergiebiges von Statten geht. In dieser Hinsicht erinnert mich "Madhouse" an "Jessy - Treppe in den Tod", den ebenfalls eine starke Atmosphäre ohne großes Brimborium auszeichnet.
Natürlich gibt es in diesem Slasher einige blutige Effekte zu erleben, wobei diese wesentlich züchtiger ausfallen als es der Ruf des Films vermuten lässt. So hat die böse Zwillingsschwester ein Dobermännchen an ihrer Seite ("Das Omen" lässt grüßen), welches mit Vorliebe den auserwählten Opfern die Kehle zerknuspert. Bei der Umsetzung dieser Attacken wurde zum einen auf echte Tiereinsätze in der Totalen und zum anderen auf Puppeneffekte bei den blutigen Nahaufnahmen zurückgegriffen, was sehr gelungen und wirkungsvoll ist. Ansonsten gibt es eigentlich nur noch recht harmlose Messerstiche, aber das wahre Grauen kommt dann gegen Ende durch die wirklich makabre Geburtstagstischszene, bei der sämtliche bisherige Opfer zusammensitzen und Erinnerungen an "Blutgericht in Texas" aufkommen.
Zu den schauspielerischen Leistungen ist zu sagen, dass diese allesamt im ordentlichen Bereich angesiedelt sind, sich die Hauptdarstellerin Trish Everly mit ihrer glaubwürdigen Darbietung als Frau, die zwischen Stärke, Verletzlichkeit und Angst schwankt, von mir noch ein paar Bonüsse einheimst. Richtig bewegend finde ich die Szene, in der sie ihren Schülern vom Tod eines Kameraden erzählt und die Kinder sagen, warum sie den nun toten Jungen möchten. Sehr bewegend!
Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die Musik, die von Riz "Nackt und zerfleischt" Ortolani stammt, extrem zu überzeugen weiß und nicht unmaßgeblich für die stimmige Atmosphäre verantwortlich ist. An manchen Stellen hätte es für meinen Geschmack sogar noch etwas mehr von diesen Melodien sein dürfen.
Insgesamt ist "Madhouse - Party des Schreckens" inhaltlich zwar kein besonders überzeugender Slasher, aber in Sachen Umsetzung in Bild und Ton und atmosphärisch überzeugt er auf ganzer Linie.