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Julia Sullivan (Trish Everly) könnte eigentlich mit ihrem Leben zufrieden sein:

Sie ist jung, hübsch, hat einen Freund, eine schöne Mietwohnung in der Vorstadt und unterrichtet erfolgreich an einer Schule für taubstumme Kinder.

Doch es liegt ein Schatten auf ihrer Seele namens Mary (Allison Biggers), Julias Zwillingsschwester.

Diese hatte Julias Kindheit zur Hölle gemacht und sie immer wieder gequält.

Einige Tage vor ihrem Geburtstag wird Julia von ihrem Onkel James (Dennis Robertson), der zudem katholischer Priester ist, besucht.

Dieser teilt ihr mit das Mary, zu der Julia schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, sich nun in der örtlichen Nervenklinik befindet und zudem durch eine unbekannte Viruserkrankung furchtbar entstellt ist.

James überredet Julia ihre Schwester zu besuchen doch als sich die Beiden wieder treffen stößt Mary Drohungen aus und macht klar das ihr keineswegs nach Versöhnung / Friede, Freude, Eierkuchen zumute ist.

Aufgewühlt flieht Julia aus der Klinik nur um später mitgeteilt zu bekommen das es Mary gelungen ist aus dem Krankenhaus zu fliehen (sprich: sie marschiert nachts einfach durch den Haupteingang gen Freiheit).

Was keiner ahnt: In derselben Nacht wurde ein Wachmann der Klinik von einem Rottweiler attackiert und getötet.

Und während der Zeitpunkt von Julias Geburtstag immer näher rückt fallen Bekannte und Freunde u. a. dem blutrünstigen Hund zum Opfer... .


Regie bei Madhouse führte Ovidio G. Assonitis der dem einen oder andren Filmfan bestimmt ein Begriff ist produzierte er doch u. a.:

Amok Train (1989), Midnight Ride (1990), American Fighter 4 + 5, Cold Heart (1992), Der Polyp (1977) und Fliegende Killer - Piranha 2.

Madhouse ist ganz klar dem Slasherfilmgenre zuzuordnen und könnte durchaus als der entfente Verwandte von Ab in die Ewigkeit (1981), ein anderer Slasherfilm mit einer ähnlichen Thematik, bezeichnet werden.

Madhouse ist zwar nicht so bekannt wie Halloween, Freitag der 13., Prom Night, Hell Night etc. kann aber jedem Fan des 80-er Jahre Slasherbooms ans Herz gelegt werden.

Hierbei muss aber gesagt werden das Madhouse sich doch schon von den bekannteren Vertretern des Genres unterscheidet:

So geht es hier nicht um Teenager sondern Erwachsene die den Antagonisten auch nur zum Opfer fallen weil es sich bei diesen um geisteskranke / sadistische Soziopathen handelt und nicht weil irgendwer heimlich Drogen nimmt oder ein vermeintliches Unrecht gerecht werden müsste.

Ein Motiv für die Taten der Antagonisten wird nicht geliefert.

Höchstens hier und da eine Andeutung (so ist der Vater von Mary und Julia unbekannt) und Mary ist schlicht und einfach ein sadistische Furie die Julia und ihren Mitmenschen Böses antut weil sie es will und kann.

Madhouse macht in Bezug auf die Handlung auch keine Gefangenen: u. a. wird Julias Kater Leroy von Mary brutal entleibt und einer ihrer Schüler, Sacha (Richard Baker), fällt dem Rottweiler (zum Glück in einer nur angedeuteten Szene) zum Opfer.

In Bezug auf Gewalt hält sich der Film bis auf 2 - 4 Szenen zurück (so erwehrt sich Julias Freund Sam (Michael Macrae) im Finale dem Rottweiler mit einem automatischen Bohrer).

Weiterhin ist die Grundstimmung von Madhouse nihilistisch bzw. misanthropisch.

Das beginnt schon in den erstren Minuten des Films wo man zwei Zwillingsschwestern sieht. 

Eines der Mädchen bewegt einen Schaukelstuhl in dem das andere Mädchen sitzt, nur um diesen dann mit einem Stein das Gesicht einzuschlagen.

Auch das Ende von Madhouse ist dann auch mehr ein Tritt zwischen die Beine statt eines Triumphes über die Antagonisten da  Julias bisher normale, heile Welt zerstört durch das Böse verseucht / sinnlos gemacht worden ist.

Die Schauspieler überzeugen allesamt in ihren Rollen.

Allen voran Trish Everly als Julia sowie Dennis Robertson (Scarecrow (1981), Cocain (1983) als James und natürlich Allison Biggers.

In weiteren Rollen sind Jerry Fujikawa (Der Feuersturm (1981)) als Hausmeister Kimura, Morgan Heart als Julias Freundin Helen sowie Edith Ivey (Conjurer (2008), Der seltsame Fall des Benjamin Button) als Julias esoterisch angehauchte Vermieterin Amantha zu sehen.


Madhouse kann ich allen Interessierten nur empfehlen.

Ein düsterer aber guter Slasherfilm.




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