Review


Inhalt:

Japan, in der zweiten Hälfte des Tokugawa-Shogunats (1603 - 1867), jener feudalen Edo-Epoche, als die Samurai das ´Land der aufgehenden Sonne´ beherrschten.
Der blinde Masseur und exzellente Schwertkämpfer Zatoichi (Shintaro Katsu), ist weiterhin auf seiner Tour durch das Land, den Schwachen beistehend und die Yakuzas bekämpfend.

In der Morgendämmerung kreuzt sich sein Weg mit einem Samurai.
Dann findet Zatoichi den sterbenden Tamekichi (Gen Kimura), der offenbar zuvor von jenem Samurai der den Weg Zatoichis kreuzte, angegriffen wurde.
Dieser händigt Zatoichi einen Beutel mit Geld aus, und nennt den Namen "Taichi". Auf seinem weiteren Weg begegnet Zatoichi einem blinden Priester (Jun Hamamura), der die "Biwa", ein japanisches Lauten-Instrument mit sich führt und spielt. Er redet Zatoichi ins Gewissen.

Zatoichi will diesen "Taichi" im Ort ausfindig machen, und ihm den Geldbeutel übergeben.
Dies gelingt Zatoichi denn in jener Ortschaft. Taichi (Masamori Machida) ist ein ca. 12jähriger Junge, der bei seinen Großeltern lebt.
Bei diesen findet Zatoichi Obdach, sie führen eine kleine Pension. Taichi ist der Sohn von Tamekichi, und Zatoichi verschweigt Taichi und dessen Großeltern zunächst das grausame Schicksal Tamekichis.

Zatoichi begegnet im Ort der so schönen und durch ihren Alkohol-Konsum etwas heruntergekommenen Prostituierten Cho (Mayumi Ogawa).
Von ihr erfährt Zatoichi, dass der Yakuza-Boss Gonzo (Kei Sato) sich mit seinen Schergen in der Stadt breit macht, und immer mehr Läden übernimmt. Zatoichi legt sich mit den Gangstern an, es kommt zu Auseinandersetzungen.

Zatoichi trifft auch wieder auf den blinden "Biwa"-Priester, der ihm ins Gewissen redet, sein von Gewalt geprägtes Dasein zu überdenken.
Dann kommt der Samurai, dem Zatoichi einst im Morgengrauen kurz begegnete in den Ort. Er hatte ein Verhältnis mit Cho, und will sie nun wieder an seiner Seite wissen. Doch die junge Dame zeigt sich unwillig.
Dieser letztlich herrenlose Samurai, ist Genpachiro Kurobe (Shigeru Amachi). Er will die Schulden die Cho hat, begleichen, und sie so offenbar für sich gewinnen.

Die Schulden betragen 50 Ryo. Und Kurobe dient sich Gonzo an, um das Geld zu verdienen.
Und Boss Gonzo will, dass Kurobe für dieses Geld Zatoichi aus dem Weg räumt...!
Als die Yakuzas auch die Pension von Tamekichis Eltern übernehmen wollen, kommt es endgültig zur Konfrontation.

Zatoichi gegen Kurobe..., und sollte Zatoichi siegreich sein, ist eine Abrechnung mit Gonzo und dessen Schergen, absolut unausweichlich.

Ein blutiger und brutaler Show-Down, ein Kampf auf Leben oder Tod... steht an!


Kritik:

Im Jahre 1966 drehte Regisseur Tokuzo Tanaka diesen einmal mehr gutklassigen Chanbara über den legendären blinden Masseur, exquisiten Schwertkämpfer und Kulthelden ´Zatoichi´, als nunmehr 13. Film des Serials.

Eine atmosphärische Bildsprache, melancholische Dialog-Szenen und blutige Kenjutsu-Fightaction, mehr als solide Darstellungen und eine gemächlich erzählte, doch subtil-spannungsgeladene Storyline, prägen auch diesen 13. Streifen des kultigen Film-Serials.

Ob in der Dämmerung, oder bei Tageslicht, die Atmosphäre ist stimmig, outdoor in japanischer Landschaft, oder im altjapanischen Flair der Tatami-Zimmer mit ihren papiernen Schiebetüren.
Mit einem Gespür und Auge für das Visuelle, sind die Bilder in diesem Teil des Serials denn ausgezeichnet gewählt.

Bestechend vor allem der Show-Down in der Abenddämmerung, auf einer Brücke, die über eine Niedrigstwasser führende Flussmündung führt.
Die Protagonisten nur als Schatten sich vom tiefblauen Hintergrund abhebend, doch erkennt man die Fight-Aktionen genau.
Das sind fast betörende Bilder. So wie eingangs, als der Held diesmal in der Morgendämmerung durch eine schilfgrasartige Landschaft tappt, einem Samurai kurz begegnet, und dann einem Sterbenden. Ein besonderes, atmosphärisches Opening und Ending somit.

Obwohl nur 82 Minuten in der Laufzeit beinhaltend, so ist die letztlich einfache Story denn gedehnt erzählt, dass fast Längen aufkommen.
Doch die somit subtile Struktur der Handlung, bleibt für den Betrachter nicht ohne eine gewisse Faszination dafür.
Dafür sorgen einmal mehr auch melancholisch wirkende Dialoge, sei es dass ´Zatoichi´ mit dem ebenfalls blinden Priester oder mit der labilen Prostituierten des Ortes über den Sinn von Gewalt und des Daseins an sich spricht, ja fast schon philosophiert.
Der Spannungsbogen findet indes die Kurve, hin zur Klärung der Dinge und zur physischen Gewalt, was denn die Geschichte dann abrundet.

Shintaro Katsu spielt den Kulthelden denn wie gehabt, kein anderer hätte in dieser Rolle eh mehr überzeugen können. Oft plump wirkend, doch der Held ist geistig hellwach und die Skills immer blitzartig-konsequent.
Jun Hamamura agiert als -interessanter Weise- ebenfalls blinder Priester, der mit seiner stets mitgeführten "Biwa", einem gitarrenartigen Instrument, sogar mal ein Lied ala Kabuki intoniert. Das gehört zu den langsam-melancholischen Szenen dieses Streifens, die immer wieder das Tempo drosseln. Hamamuras Figur will in den Dialog-Sequenzen dem Helden ins Gewissen reden, auch dies ist speziell. Doch ´Zatoichi´ geht seinen Weg und bleibt ´auf Kurs´.

Mayumi Ogawa spielt den weiblichen Part, wieder eine spezielle Figur. Denn als dem Trunke ergebene, somit labile Prostituierte, ist sie natürlich eine für den Helden unsichere Verbündete.
Ogawa spielt das mehr als solide, und ist eine attraktive Erscheinung.

Zu den Villains zählt auch der ominös-nebulöse Ronin, der herrenlose Samurai und gedungene Killer.
Interessanter Weise wird die Figur des "Kurobe" von Shigeru Amachi verkörpert, der im allerersten Teil des Serials, "The Tale of Zatoichi" (siehe mein Review auf dieser Webseite), ebenfalls einen -von `Zatoichi´ ja in jenem Film getöteten- gedungenen Gegner des Helden darstellte.
Und dies stoisch-abgebrüht, nebulös, so unnah- wie undurchschaubar.

Die Kenjutsu-Fightaction darf in diesem Streifen des Serials und überhaupt in einem Chanbara nicht zu kurz kommen.
Vor allem im letzten Viertel des Films rockt die Schwertfight-Action, wieder trifft die extrem scharfe Klinge des Helden ihr Ziel.
Rasant und blutig, stimmt wieder die Choreographie wo so schnell wie doch erkennbar die Aufschlitz-Treffer gesetzt werden.
Und wie schon erwähnt, stimmt auch das Atmosphärische, die Bildkomposition, im Show-Down auf der Brücke -siehe oben-.

Doch damit nicht genug, danach stellt Katsu noch den Yakuza-Boss und dessen Schergen in deren Residenz.
Verbal und wortwörtlich treibt ´Zatoichi´ den Yakuza-Chef vor sich her, "zwischendurch" dabei den einen oder anderen Schergen abmurksend. Bis der Boss ´dran ist´.
Der wird übrigens von Kei Sato verkörpert, dem Ober-Schurken aus der legendären Chanbara-TV-Serie "Die Rebellen vom Liang Shan Po".

"Zatoichi´s Vengeance" setzt das Serial durchaus mehr als solide und gelungen fort, und bietet dem Chanbara-Fan einmal mehr eine gefällige Unterhaltung.

7/10.

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