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Die Brauerei Sönnenbräu bekommt mächtig Druck von der Konkurrenz, seit ein neuer Braumeister für Drachenbräu tätig ist. Also schleicht man sich ein, um den Braumeister abzuwerben.


Filme aus der Nazi-Zeit sind immer ein bisschen mit Vorsicht zu genießen, was Mitwirkende und Inhalt angeht. Hier ist der Inhalt sicher harmlos, mit Hans Schlenck wirkt in einer Nebenrolle aber ein spätere Nazi aus dem Dunstkreis Himmlers mit. Betrachtet man aber den Film unvoreingenommen, hat man es mit einer wunderbar leichten Komödie zu tun, die in höchstem Maße amüsant und sehenswert ist.


Die Geschichte verläuft in bekannten Bahnen und würde mit leichten Anpassungen auch heute noch als Drehbuch für eine leichte romantische Komödie funktionieren. Man konkurriert, man schmiedet Pläne, man verliebt sich, man wird entlarvt, man streiten und versöhnt sich, das Schema ist aus heutiger Sicht altbekannt, seinerzeit war es vielleicht noch etwas frischer.

Was die Komödie hervorhebt, sind zum einen die bissig-scharfen Dialoge, die vor Witz sprühen. Und zum anderen die drei Hauptfiguren. Adele Sandrock als bärbeißige alte Gräfin und Leiterin des Drachenbräus, Joe Stöckl als ihr herzensguter Braumeister und Lucie Englisch als Trude Karsten, Nichte des Chefs vom Sonnenbräu. Vor allem letzter trägt mit ihrem Charme den Film locker-leicht über die Runden und stiehlt sämtlichen männlichen Darstellern die Show.

Langweilig wird's nie und auf der Bühne gibt es dann sogar noch einen Drachen zu bewundern.


Herzige, höchst unterhaltsame Bier-Komödie, aus einer Zeit, in der wenig herzig und leicht war. Vielleicht waren solche Filme damals deshalb besonders wichtig. Mir hat das Filmchen sehr viel Spaß gemacht, es riecht für mich nicht nach Propaganda und deshalb kann ich es uneingeschränkt empfehlen. Bestes Wohlfühlkino.

Und eine Rarität ist es wohl auch.



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