Review


Inhalt:

Japan, während der zweiten Hälfte des Shogunats der Tokugawa, jener feudalen Edo-Epoche, als die Samurai über das Land herrschten.
Der blinde Masseur und Schwertmeister Zatoichi (Shintaro Katsu), streift wieder durch das Land, den Schwachen helfend und die Yakuzas und das Böse bekämpfend.

Einer Gruppe von Schauspielern zu der die aparte Haru (Kiyoko Suizenji) gehört, und die von Ort zu Ort ziehen, sich anschließend, kommt Zatoichi in den Ort Tonda.
Hier gewinnt Zatoichi bei einem Würfelspiel 8 Ryo, und zieht den Zorn der Yakuzas mit ihrem Boss Iwagoro (Tatsuo Endo) auf sich. Die Yakuzas trachten Zatoichi nach dem Leben.

Im Ort trifft Zatoichi auch den Schmied Senzo (Eijiro Tono), der einst auch Schwerter herstellte.
Er untersucht das Schwert Zatoichis, welches ja in seinem Gehstock steckt. Senzo stellt fest, dass es seine Lebensspanne ausgereizt hat. Wohl noch ein letzter Kampf, ein letztes Todesopfer durch diese Klinge, dann wird es brechen...!

Senzo vermittelt Zatoichi einen Job als Masseur in einem edlen Gasthof im Nachbarort Ashikaga.
Die schöne Shizu (Shiho Fujimura) leitet dort faktisch die Geschäfte, sie und ihr Bruder Seikichi (Yoshihiko Aoyama) sind sich nicht immer einig.
Das Gasthaus ist der Treffpunkt von Yakuzas, sowie kriminell korrupter Offizieller, die dort ihre teuflischen Machenschaften und Intrigen planen.
Zatoichi gerät zwischen die Fronten, und wird zum unliebsamen Mitwisser und Sicherheitsrisiko für diese Personen.

Als Seikichi und gar der Schmied Senzo zu Tode kommen, ist das Maß für Zatoichi voll.
Es wird Zeit, aufzuräumen.
Doch was ist mit der Klinge Zatoichis, deren Zeit abgelaufen scheint?
Hat Senzo diese gegen eine Neue ausgewechselt?

Es kommt letztlich zum Show-Down, zum langen, gnadenlosen und blutigen Kampf auf Leben oder Tod...


Kritik:

Im Jahre 1967 drehte Regisseur Kimiyoshi Yasuda diesen 15. Teil des legendären ´Zatoichi´-Chanbara-Serials, und dieser Streifen ist einer der schwächeren dieser Filmreihe.

Das liegt an den teils zähen Dialogisierungen in jenem Gasthof, der weitestgehend die Kulisse in diesem Chanbara ist.
Die Intrigen und kriminellen Planungen korrupter Offizieller, die anscheinend mit Yakuzas kollaborieren, sind schwer durchschaubar, eher verwirrend, und drosseln das Tempo dieses Films.
Der Held gerät gar fast aus dem Fokus dabei, Längen kommen auf, die den Betrachter ermüden.

Tja, da ist man in diesem Serial besseres gewohnt, und eben wohl auch ein Stück weit verwöhnt.
Gerade der Vorgänger-Streifen -der 14. Teil des Serials- "Zatoichi´s Pilgrimage" (siehe mein Review auf dieser Webseite) legte wohl die Messlatte für mich ziemlich hoch. Und Yasuda´s 15. Teil der Reihe um den legendären Kulthelden, kann das hohe Niveau nicht so recht aufrecht erhalten.

Auch die Bildführung ist nicht mehr so brillant, obgleich die Ausstattung detailreich-bemüht und korrekt die Edo-Epoche wiederspiegelt.
Es wird viel geredet, und nur die einmal mehr denn feinsinnigen Gespräche zwischen dem Helden und dem Schmied "Senzo" können da so überzeugen, wie man es vom Serial gewohnt ist.
Wie die beiden über das Schwert des Helden sinnieren, kann noch gefallen. Die Intrigenplanungen in den Tatami-Zimmern des Gasthofs, sind da indes leider zäh fließend, und bestimmen den ganzen Mittelteil denn leider den Betrachter ermüdend-überfordernd.

Anfangs outdoor, als der Held von einer fahrenden Schauspiel-Truppe per Anhalter mitgenommen wird, gibt es die gewohnt atmosphärischen Bilder. Und auch das dramatische Finale im Schneetreiben und in Düsternis kann da fotographisch überzeugen.
Das ist im Vergleich doch dann arg wenig, was das Atmosphärische betrifft.

Die Darstellungen sind indes solide bis intensiv. Shintaro Katsu spielt wie immer die ihm ja auf den Leib geschneiderte Rolle, diesmal sogar mit einer Kabuki-Einlage.
Shiho Fujimura spielt die weibliche Hauptrolle mit aller Intensität, das muss man loben. So wie ihre Attraktivität, wieder eine junge, attraktive japanische Actrice, da müsste mir schon ein Mega-Dreier mit Alica Schmidt und Fanny Fee Werther blühen, um dafür Shiho abzuweisen.

Eijiro Tono brilliert als Schmied "Senzo", seine Dialoge mit dem Helden sind feinsinnig, sowie ruhig und mit Bedacht in Szene gesetzt.
Die aparte Kiyoko Suizenji singt anfangs auf dem Pferdewagen ein schönes Lied, neben der Kabuki-Szene Katsus eine gefällige Einlage in diesem Chanbara.
Tatsuo Endo ist als so skrupelloser wie letztlich feiger und arroganter Yakuza-Fettsack der Haupt-Villain, der das mit entsprechenden Facetten solide darstellt..., ansonsten kann aber keiner im umfangreichen Cast herausragen.

Die Stärken sind hier weniger vorhanden, als bislang in diesem Serial, immerhin können die Kenjutsu-Fights -hier insbesondere der blutig-rasante Showdown im Schneetreiben mit hohem Bodycount- die wieder perfekt choreographiert sind -blitzschnell und doch sind die Aufschlitztreffer erkennbar- überzeugen.

Dies, die forcierte Dramatik im letzten Viertel des Films als sich die Dinge zurechtlaufen, die ´Zatoichi & Senzo´-Szenen, Shiho Fujimura und ihr Spiel, sowie der Held selbst, der am Ende aus sich rauskommt, hieven diesen 15. Teil des Serials noch auf knappe 6 von 10 Punkten in meiner Bewertung.

Auf Teil 16 -"Zatoichi, the Outlaw- bin ich trotzdem gespannt.

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