Inhalt:
Japan, in der zweiten Hälfte des Tokugawa-Shogunats (1603 - 1867), in der feudalen Edo-Ära, als die Samurai über das Land herrschten.
Der blinde Masseur und exzellente Schwertkämpfer Zatoichi (Shintaro Katsu), auf seinem Weg durch das Land, ist des Tötens und seines unsteten Lebens überdrüssig. Und er sucht Erholung in jenem Dorf, dass er vor 3 Jahren verließ.
Die Dinge haben sich jedoch dort seither verändert. Nach einer schweren Dürre und einem Massaker, haben die Kobotoke-Yakuzas das Sagen im Ort.
Allen voran Boss Masagoro (Masakane Yonekura), dessen Bruder Sanaemon Goto (Toshiyuki Hosokawa), und der Vater der beiden, der Seidenhändler Yasuke Eboshiya (Osamu Takizawa), zugleich Oberhaupt des Ortes.
Es herrscht zwischen den Söhnen und dem Vater größte Missgunst und ein Intrigenspiel: Es geht dabei um illegale Gold-Schiebereien, die einem angekündigten Inspektor des Shoguns auffallen könnten.
Zatoichi lässt sich nieder und von dem Jizo-Statuen-Bildhauer Hyoroko (Kanjuro Arashi) über die Lage im Ort aufklären. Zu der bildschönen Wirtin im Ort, Umeno (Ayako Wakao), herrscht ein gewisses Verhältnis, Zatoichi will ihr helfen.
Boss Masagoro hat einen angeheuerten Leibwächter, einen "Yojimbo": Sassa Daisuke (Toshiro Mifune), der sein ganz eigenes Spiel wie seinen Preis immer höher treibt, und er ist zudem insgeheim ein Agent des Shogunats.
Als ein weiterer Killer, der gemeingefährliche Kuzuryu (Shin Kishida) den Ort erreicht, spitzt sich die Lage zu.
Zatoichi und Sassa Daisuke, die zunächst eine Art Hassliebe verbindet, kooperieren letztlich.
Sie spielen die konkurrierenden Yakuzas gegeneinander aus, und räumen schließlich auf.
Es kommt zum blutigen, überaus brutalen Kampf auf Leben und Tod.
Werden sich am Ende Zatoichi und der "Yojimbo" gar noch selbst gegenüber stehen...?
Kritik:
Im Jahre 1970 gestaltete Regisseur Kihachi Okamoto ("Sword of Doom") diesen nunmehr 20. Teil des legendären ´Zatoichi´-Filmserials.
Und dass hierbei von den sonst zuvor üblichen knapp bzw. gut 90-minütigen, gängig-routinierten Actionern abgewichen wurde, ein hier knapp 2-stündiger, episch angelegter Chanbara entstand, tut diesem Streifen denn leider nicht immer gut.
Die Bildsprache, einmal mehr gelungen, der Film ist stark fotographiert, vieles in einem authentisch altjapanischen Dorf spielend, sowie interessante Locations und Hintergründe.
Die Darstellungen sind ebenfalls anspruchsvoll, die Dialoge auch, Toshiro Mifune brilliert in seinem Spiel, Katsu gekonnt agierend wie immer, feinsinnige Dialoge zwischen ihm und der einzig ´guten Seele´ des Dorfs, Kanjuro Arashi, und die Kenjutsu-Fightaction im Finale, perfekt choreographiert, blutig und dramatisch.
Das sind natürlich Pluspunkte. Aber die Handlung ist überdehnt, langatmig, ja phasenweise langweilig. Und man kann schwer folgen, und einiges blieb mir auch etwas unverständlich-umständlich.
Da hätte einiges geraffter und verständlicher in Szene gesetzt, das Intrigenspiel zwischen Vater und den zwei Söhnen in einem Yakuza-Clan klarer definiert werden müssen.
Das trübt den Gesamt-Eindruck denn leider nachhaltig, und lässt keine hohe Benotung meinerseits zu.
Leben tut denn vieles von den Darstellungen, klar, es wird ja auch viel dialogisiert und intrigiert, die Fightaction dominiert erst so richtig in der finalen Phase dieses Chanbara.
Shintaro Katsu, er spielt den blinden Masseur, Swordfighter und Kulthelden einmal mehr wie gehabt. Und verschmilzt mit seiner Rolle. Zunächst plump wirkend, doch gewitzt, gerecht und blitzschnell, wenn es drauf ankommt.
Die Yakuza-Villains spielen ihre Rollen recht unterschiedlich, was die Sache interessant macht.
Osamu Takizawa, der Vater zweier junger Yakuzas, die den Ort beherrschen, spielt das eben irgendwie ´väterlich´, ein fast harmlos wirkender Seidenhändler. Gar nicht so richtig böse, hm.
Dass auch er goldgierig und verschlagen ist, kommt erst zum Schluss richtig rüber.
Die Söhne -im Film-, Masakane Yonekura, so unsicher-feige wie brutal, Toshiyuki Hosokawa, so labil wie unscheinbar-zurückhaltend, dann brutal mordend.
Eine spezielle Rolle als alles umschleichender, geistig-gestört und wirr-besessen wirkender Killer ´Kuzuryu´, spielt Shin Kishida. Muss man mimisch erst mal so drauf haben. Das würzt das alles.
Toshiro Mifune, er gilt als der größte Schauspieler Japans, rettet den Streifen.
Wie abgebrüht-souverän er den stoischen Leibwächter -der seinen Preis immer höher, und sein eigenes Spiel intrigierend treibt- spielt, ist brillant.
Er wirkt aber mitunter in den zähen, langatmigen Passagen des Films fast sogar etwas unterfordert.
Als "Clash of the Titans", Yojimbo vs. Zatoichi, ist "Zatoichi meets Yojimbo" zwar eingangs vielversprechend, aber nicht der rasant-routinierte und kurzweilige Super-Actioner, den man vielleicht eher erwartete.
Einen episch-langgezogenen Streifen mit viel Ambition zu machen, statt einem gängigen, mehr auf Schwertkämpfe und Fightaction setzenden Chanbara..., tja, letzteres hätt´ ich besser gefunden.
Meine Erwartungshaltung war da eine andere, das wird´s sein, nun ja.
In der weiblichen Rolle ist hier die bildschöne Ayako Wakao zu bewundern.
Wow, ist die attraktiv. Ich würde sie nur dann von der Bettkante schubsen, wenn für mich stattdessen ein Super-Dreier mit Jana Azizi und Sonja Gerhardt in Aussicht stünde.
Ayako Wakao agiert zwar souverän-tapfer, ihre Rolle verliert sich aber irgendwie in diesem phasenweise langatmigen Drama.
Immerhin am Ende rockt die Fight-Action, ein mehrteiliger Show-Down, heftiger Body-Count, blutige Kenjutsu-Kämpfe, Kampfgetümmel und Drama, als es zudem noch schneit und der heulende Wind den Schnee über den Boden verweht, überzeugt die Szenerie in ihrer finalen Gewalt auch atmosphärisch.
Das konnte dann für die Längen zuvor ziemlich entschädigen.
Das Duell Katsu vs. Mifune, eher nur zum Schluss angedeutet, was manche Betrachter vielleicht enttäuschte.
Ich fand das an sich so in Ordnung, die beiden waren nicht direkt Buddies in diesem Film, aber mit dem Beginn ihrer Kooperation nahm der Streifen erst Fahrt auf, nach weit über einer Stunde Laufzeit.
Und die beste Szene des Films übernahm denn auch im Show-Down der große Mime Mifune, als er so eiskalt wie fast spielerisch mit seinem Katana stoisch voran marschierend einen Villain nach dem nächsten abmurksend erschlägt und aufschlitzt.
"Zatoichi meets Yojimbo", das weckte Erwartungen, die nicht ganz erfüllt wurden, und vielleicht auch nicht erfüllbar waren.
Einen zackigen, reinen Actioner, dafür sind die beiden Helden-Figuren, die japanische Filmgeschichte schrieben, den Machern wohl zu schade für gewesen.
So wollte man episch an die Sache rangehen, was dem Streifen allerdings nicht absolut überzeugend gut tat.
Nicht schlecht, aber auch kein Mega-Hit.
6/10.