Alle Kurzkommentare


6

Einer der ganz wenigen diskutablen und sehenswerten Beiträge des Eurovielfilmers Jess Franco. Klaus Kinski mit seiner diabolischen Präsenz ist die Idealbesetzung für den berühmtesten Serienmörder des 19. Jahrhunderts. Er braucht nur einmal schwitzend und Zähne fletschend in die Kamera zu starren und schon spürt man förmlich die Gier und die Perversion, die in seiner Figur stecken. Kinski vereint Genie und Wahnsinn in sich, genau wie es beim wahren Jack the Ripper der Fall gewesen sein muss. Aber auch Herbert Fux und Hans Gaugler als gescheiter Blinder sind gut drauf und tragen viel zum Gelingen des sich nicht ganz an die historischen Fakten haltenden Thrillers bei. Die Energie dieser 3 Herren lässt der gesamte Rest der Produktion, obwohl durchaus stimmungsvoll, manchmal ein wenig vermissen. Gemessen am blutrünstigen Thema sind auch die Spezialeffekte erstaunlich zurückhaltend und nicht allzu zahlreich.

7

Ich habe nicht sehr viel Vertrauen in die Filmindustrie meines Landes (Schweiz), schon gar nicht wenn es um Splatter geht. Doch hier war ich angenehm überrascht. Ein herziges kleines Filmchen mit genau der richtigen Dosis an Perversion und Gore und einem tollen Klaus Kinski. Spannung empfand ich jedoch keine, dafür ist die ganze Sache zu simpel angelegt (Jack the Ripper geht in Bordelle und killt Prostituirte). An der Atmosphäre ist nichts auszusetzen, das viktorianische London mit seinen nebligen Gassen ist gut umgesetzt, obwohl der Film in Zürich gedreht wurde. Den Film gibt es als wunderbar restaurierte Special-Edition auf DVD mit teilweise interessantem Werbe-Bonusmaterial. Den Kinotrailer auf der DVD sollte man lieber erst nach dem Film schauen, da er alle Splatterszenen vorweg nimmt und so die Neugier ein bisschen verdirbt.

7

Spannend inszeniert und mit einem starken Klaus Kinski ideal besetzt, ist "Jack the Ripper - Der Dirnenmörder von London" der beste Film des Spaniers Jess Franco. Auch wenn die Geschichte zum Ende hin etwas abflacht, entschädigt der Rest des Films mit atmosphärischen Bildern und einigen happigen Splatterszenen. Glücklicherweise war Franco diesmal auch technisch voll auf der Höhe.

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