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Was hat man über dieses Thema in Filmen nicht schon alles zu sehen bekommen: Dauergeile Kiffer, verklemmte Muttersöhnchen und pedantische Streber sind nur 3 Klischeefiguren, welche uns aus vielen Komödien zum Thema Studium bzw. College bekannt sind. Doch glücklicherweise erspart uns „Einsam, zweisam, dreisam" diese eindimensionalen Charaktere und den dazugehörigen Ekelhumor. Ganz im Gegenteil: Die Figuren werden zwischen leichtem Augenzwinkern ernst genommen und der Film weiß auch inhaltlich zu überzeugen.

Zur Story: Der introvertierte Eddy (Josh Charles, „Club der toten Dichter") und Draufgänger Stuart (Stephen Baldwin, „Die üblichen Verdächtigen") bilden eine harmonische WG bis Alex (Lara Flynn Boyle, „Men in Black 2") hinzukommt. Fälschlicherweise für einen Mann gehalten, wird sie dem Zimmer der beiden zugeteilt. Das hat ebenso turbulente wie sexuelle Folgen...

Regisseur und Drehbuchautor Andrew Fleming gelingt es, jenseits breitgetretener Klischees eine charmante und witzige Komödie über das Leben an der Uni zu drehen. Dabei könnte die Figurenkonstellation nicht brisanter sein: Stuart ist scharf auf Alex, während Alex hinter Eddy her ist, der wiederum Stuart ganz attraktiv findet - und so nimmt eine unkonventionelle Menage à trois ihren Lauf. Gespickt mit Seitenhieben auf das Leben am Campus und Studenten („Nähen lernen wir erst nächstes Semester"; die Aufführung einer lesbische Version von König Ödipus) spiegelt „Einsam..." das chaotische Leben in der Studienzeit zwischen sexuellen Erfahrungen (da Unentschlossenheit) und Vorlesungen angelehnt an das französische Kino der Nouvelle Vague („Jules und Jim") wider, ohne sich dabei in Fäkalhumor zu verlieren. Das Ergebnis strotzt nur so vor skurrilen, urkomischen Dialogen und Ironie, dass es eine Freude ist - auch wenn es nicht wirklich als innovativ bezeichnet werden kann. Dabei wirkt der amerikanische Film "Einsam..." glücklicherweise nicht so prüde wie vergleichbare Werke, sondern kommt zwar nicht explizit, aber recht freizügig und dadurch glaubwürdig daher. Die Darsteller holen alles aus ihren Rollen heraus und sorgen damit dafür, dass es nie langweilig wird sowie gelegentlich eine knisternde Spannung zwischen den Protagonisten aufkommt.

Fazit: Frische und freche, aber auch nachdenkliche und elegische Reflexion über das chaotische Leben jenseits der Norm. „Einsam, zweisam, dreisam" ist eine charmante (Erotik- und) Beziehungskomödie mit ernstem Unterton, welche aber gerade dadurch noch mehr zu überzeugen vermag.   

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