Dieser Versuch eines Thrillers in punkto sexuelle Besessenheit ist bestenfalls ein Routineeingriff, wenn man mal in medizinischen Dimensionen sprechen will.
Das liegt nicht zuletzt an der relativen Formatlosigkeit der Hauptfigur Talia Shire (bekannt als Ehefrau von Rocky Balboa), die hier aus nicht verständlichen Gründen sexuelles Objekt der Begierde ihrer lesbischen Freundin ist. Miss Shire muß ein blasses Mäuslein spielen, weswegen die unmenschlichen Qualen die Elisabeth Ashley als ihre Freundin sich veranlaßt sieht, einen Vergewaltiger für sie zu bestellen, um sie der Männerwelt zu entfremden, auch nie so recht überzeugen wollen.
Alsbald bändelt sie jedoch mit dem ermittelnden Beamten an und das führt zu einer Welle des Terrors.
Klingt gut? Klingt schlecht? Klingt nach TV-Movie? Dreimal richtig!
Der Film ist einfach zu breit und weitschweifig inszeniert, oftmals herrscht ewiglang Stille, ehe sich wieder jemand bequemt, etwas zu sagen. Zwischendurch macht der Film dann wieder Druck, was einen so richtig wachrüttelt und dann hat er auch Drive. Doch an entscheidenden Stellen (z.B. der Vergewaltigung oder dem finalen Duell) zieht er sich zu oft wie Kaugummi um auf die erforderliche Laufzeit zu kommen.
Doch die blassen Darsteller können nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Bildkompositionen so ziemlich das Einzige sind, an das man sich gerne erinnert. Echte Morde gibt es hier nicht im Bild zu sehen und was am Ende an psychologischer Tiefe in einem unendlich verzögerten Jaul-Showdown produziert wird, ist auch nicht so recht das Wahre. Wirklich wunderbar allerdings die Zwischenszenen eines in wunderbar stilisierte Bilder umgesetzten New Yorks, Stilleben im Morgen- und Abendlicht. Auch die Spanner-Szenen sind beeindruckend, da sie in absoluter Stille inszeniert wurden. Trotzdem nur ein Durchschnittsthriller von der Stange, der aber gegen den beinahe zur gleichen Zeit gestarteten "Das unsichtare Auge" von Carpenter nicht bestehen kann. (5/10)