Nach dem relativ gelungenen Vorgänger „Hügel der blutigen Augen“ (der deutlich besser war als das Remake von Alexandre Aja, aber das nur am Rande) wurde – warum auch immer – ein unnötiges Sequel hinterher geschoben. Sowas kam in der Horrorfilmgeschichte zwar schon häufig vor, aber selten vom selben Regisseur. Und wenn es sich dabei auch noch um Wes Craven handelt, fragt man sich schon was hier falsch gelaufen ist.
Doch auch widrige Umstände rechtfertigen keinen Bonus bei der Rezeption, und die macht nur bedingt Spaß. Denn zum einen wurde der ohnehin ziemlich kurze Film mit unnötigen Rückblenden zu Teil 1 aufgestockt, und zweitens herrscht spätestens dann Langeweile wenn die Hobby-Raser (Motorrad-Freaks, die an einem Wettbewerb teilnehmen wollen) in der Wüste stranden. Dass sie – wie in Backwoodfilmen üblich – eine Abkürzung durch ein sagenumwobenes Gebiet nehmen, kann ich noch verschmerzen, aber dass die restliche Handlung in der unverbrauchten Kulisse nach Schema F abläuft – Jahre nachdem Jason und Michael das Horrorgenre revolutionierten – ging mir mächtig auf den Zeiger. Im Prinzip ist das hier ein Remake des Vorgängers ohne Terror mit typischen Slasher-Anleihen. Im Klartext: dumme Teenies bzw. Twens, die nicht im Wald oder in einer Kleinstadt, sondern in einer felsigen Wüste bei nächtlichen Angriffen einer nach dem anderen ins Gras beißen.
Wenig hilfreich ist dabei die klischeehafte Charakterzeichnung der Opferbrigade. Während die Personen zu Beginn noch unterhaltsam wirken, gehen sie dem Zuschauer im weiteren Verlauf immer mehr auf die Eier. Das trifft auch auf das untypische blinde Huhn zu, welches zunächst jegliche Ungereimtheiten 100 Meter gegen den Wind hört, fühlt und riecht, später aber minutenlang orientierungslos durch die Botanik stolpert, obwohl die Bösewichter schon fast auf Tuchfühlung gegangen sind. Letztere können hier auch nicht punkten, denn das Morbide des Vorgängers fehlt völlig. Tatsächlich streunen nur Michael Berryman und ein bärtiger Neandertaler namens „Der Ripper“ in der Gegend rum, weil paar Leute es gewagt haben, in „ihr“ Revier einzudringen. Klar, als ob dort irgendwas Wertvolles abzugreifen wäre. Als Höhepunkt des Widerstands muss dann auch noch eine leicht modifizierte Aktion aus Teil 1 herhalten, was den offensichtlichen Kreativitätsmangel dieses Projekts nicht besser hätte ausdrücken können.
Von mir gibt es 4 Punkte, weil der Anfang ok ist, die 80er-Atmo mitsamt Location gut rüberkommt und es noch schlimmere Fortsetzungen als diese hier gibt.