Story:
Vor Jahren ist Bobby Carter und seiner Familie bei einem Ausflug durch die Wüste von einer Gruppe kannibalischer Hillbillies angegriffen worden. Noch heute leidet er unter dem Trauma.
Doch in genau diese Wüste will der Freundeskreis von Bobby, um dort an einer Motorradrallye teilzunehmen. Als die Gruppe schließlich eine Abkürzung nimmt, bleiben sie plötzlich mit ihrem Bus mitten in der Wüste liegen.
Schon bald müssen sie feststellen, dass Bobby´s Geschichten wahr sind und in den Hügeln noch immer die Kannibalen lauern…
Kritik:
„The Hills have Eyes 2“ oder auch „Im Todestal der Wölfe“ wird ja oft schlecht gemacht. Zu Unrecht, wie ich finde. Man merkt dem Film zwar den schwierigen Entstehungsprozess an und er ist alles andere als ein Meisterwerk, trotzdem gibt es Horrorfilme, die bei weitem schlechter sind. Insgesamt ist er meiner Meinung nach weder besser noch schlechter als der erste Teil.
Überzeugen kann der Film natürlich wieder am meisten mit seiner Atmosphäre. Die Wüstenatmosphäre und die Bedrohung, die in den Hügeln lauert, wurden sehr gut rübergebracht. In meinen Augen übertrifft der 2. Teil in Sachen Atmosphäre sogar noch den ersten Teil, da man ja inzwischen weiß, was auf die unwissenden Teenager zukommt und so die Bedrohung noch besser rüberkommt.
Natürlich besitzt der Film auch einen richtig schönen 80er-Jahre-Touch, was für Fans von Filmen aus dieser Zeitepoche sehr interessant sein dürfte.
Der Film bietet zwar keine Hochspannung und ist auch oft voraussehbar, wirklich langweilig wird es aber auch nie.
An Gore gibt es hier (wie schon beim ersten Teil) nicht viel zu sehen. Es wird jemand (unblutig) durchbohrt, es fällt jemand die Klippe runter und ein anderer wird verbrannt…das war es dann auch schon. Das ganze ist immerhin ganz gut gemacht und wirkt nicht total billig. Wer das ultrablutige Remake von Teil 1 und dessen Sequel kennt und dasselbe Splatterfest hier erwartet, der wird jedenfalls bitterlich enttäuscht sein.
Allerdings gibt es auch ein paar negative Punkte über den Film zu berichten. Da wäre zunächst einmal die etwas dünne Story. Die Anfangssequenz in der Bobby Carter (aus Teil 1) einen Psychiater aufsucht ist eigentlich total überflüssig, da Bobby ja im Verlauf des Filmes gar nicht mehr auftaucht. Auch die Tatsache, dass sich unter den Teenagern das Mädchen Ruby befindet (eines der Kannibalen-Mädchen aus Teil 1), welche inzwischen nun ein normales Leben in der „zivilisierten Welt“ begonnen hat, ist irgendwie lächerlich.
Natürlich sind aber auch mal wieder die Handlungen der Figuren total dämlich (wie bei fast jedem 80er-Jahre-Horror): Alle Warnungen über die Wüste werden natürlich von den Teenagern missachtet (ist ja klar!!!).
Wenn ein Kannibale sich eins der Motorräder schnappt, müssen zwei Halbstarke ihm auf jeden Fall in die „unheimlichen“ Hügel folgen.
Und wenn der Bus mitten in der Wüste liegenbleibt, muss man selbstverständlich erstmal zum nächsten, leerstehenden Haus gehen um dort Sex zu treiben, zu kiffen und sich gegenseitig Streiche zu spielen. Das hätte ich fast vergessen: Dann wäre da ja noch das blinde Mädchen, welches auf irgendeine Weise hellseherische Fähigkeiten besitzt. In dieser Beziehung wurde also auf kein Klischee verzichtet.
Die Schauspieler sind genauso klischeehaft. Sie machen ihre Sache zwar recht gut, spielen aber natürlich mal wieder sehr übertrieben. Unter den Teenagern befinden sich einige (Genre-)bekannte Gesichter wie Kimberly Beck oder Kevin Blair. Der einzigste, der wieder völlig überzeugen kann, ist der „Bösewicht vom Dienst“ Michael Berryman, welcher ja auch schon im ersten Teil dabei war und hier erneut die Rolle des Pluto übernahm.
Die Musik stammt von Harry Manfredini. Da könnte man ja einiges erwarten, aber es scheint, als ob Manfredini seine eigene Musik aus „Freitag der 13.“ geklaut hat. Diese klingt nämlich der „Freitag der 13.“-Musik sehr ähnlich, ist teilweise sogar gleich. Zwar ist die Musik nicht unpassend, Horrorfans könnte das aber dennoch stören.
Noch ein paar Worte zur deutschen Fassung: Da man dem dämlichen deutschen Titel „Im Todestal der Wölfe“ einen Sinn geben wollte, gab man den Kannibalen aus Teil 1 einfach im Vorspann den Spitznamen „die Wölfe“. Außerdem hat man in die deutsche Tonspur an vielen Stellen Wolfsgehäul in den Hintergrund eingefügt, was zwar teilweise ganz stimmig ist, aber auch unpassend, da im ganzen Film ja kein einziger Wolf auftaucht.
Fazit:
Dieser Film ist um einiges besser als sein Ruf: Er bietet Unterhaltung, Atmosphäre und einen schönen 80er-Jahre-Touch. Wer allerdings auf eine gute und logische Story aus ist, der wird hier falsch sein. Horrorfans sollten aber auf jeden Fall einen Blick riskieren.
6,5/10