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So sieht es also aus, wenn einem wie Wes Craven die Kohle ausgeht und eine unfertige Fortsetzung unter chaotischen Umständen vollendet wird. Nach dem unerwarteten Erfolg um Kultfigur Freddy Krüger witterte man rasch das schnelle Geld, doch mit diesem planlosen Sequel tat man vor allem den Fans keinen Gefallen.

Bobby hat das Wüstenmassaker vor sieben Jahren überlebt und fährt nun nicht mit zum Trip fürs Wüstenrennen seiner acht Freunde rund um die blinde Cass. Kurz nachdem die Truppe mit ihrem Tourbus in der Einöde strandet, wird ein Motorrad geklaut. Und während der Dieb (Michael Berryman) von zweien verfolgt wird, befindet sich der Rest der Gruppe bereits in Lebensgefahr...

Das Original ist ein Pendant zum Kettensägenmassaker, was sich primär durch dreckigen Terror und die Wüstenatmosphäre auszeichnet. Die Fortsetzung geht indes als Wüsten-Slasher durch, dem es deutlich an zündenden Ideen mangelt. Allein die vielen Rückblicke, sogar aus Sicht eines Hundes, wirken wie unnützes Füllmaterial, diverse Blödeleien während der Reise wollen nur selten zünden und auch ein minimaler Twist im ersten Drittel vermag kaum zu überzeugen. Lediglich die blinde Cass kann einigermaßen Sympathien verbuchen, auch wenn die Fähigkeit ihrer übersensiblen Sinne etwa zu sehr in den Vordergrund gerät.

Leider hat es die Gruppe gerade mal mit zwei Übeltätern zu tun, da neben Berryman nur ein brüllender Zausel unterwegs ist, welcher nicht allzu viel Schrecken verbreitet und die Truppe auf eher unspektakuläre Weise dezimiert, da ein Kehlenschnitt die einzig erwähnenswerte Gewaltszene beinhaltet. Der Schauplatz der verlassenen Goldmine vermag zwar ab und an auf atmosphärischer Ebene zu punkten, doch der wahrlich austauschbare und mehr als deutlich abgekupferte Score macht einiges von der Stimmung zunichte.

Darstellerisch darf man bis auf Berryman keine Leuchten erwarten, die Ausstattung ist allenfalls zweckdienlich, nur der Hund ist gut trainiert, während eine Hatz über Felswände zumindest ein wenig Drive aufkommen lässt. Motorrad fahrende Kannibalen wirken demgegenüber eher trashig und auch so etwas wie Superbenzin oder ein Eimer Wasser über der Türschwelle führen eher zur unfreiwilligen Komik, welche das zweifelhafte Werk zumindest nicht gänzlich langweilig erscheinen lässt.

Ansonsten kommt zu selten Spannung auf, entsprechend hält sich das Mitfiebern in Grenzen und auch der Showdown vermag keine sonderlichen Akzente zu setzen. Ein insgesamt vergleichsweise unblutiger Slasher, dem der Mangel an kreativen Ideen in beinahe jeder Szene anzusehen ist. Der typische Fall einer komplett unnötigen Fortsetzung.
4,5 von 10

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