Eine Kleinfamilie fährt zu einem Sommerhaus, dass sie bereits vor der Ankunft erstaunt, so riesig und pompös es wirkt, scheint es einfach spottbillig. Trotz der schrulligen Art der Vermieter und dem Hausgast, der alten Mrs. Allardyce, nehmen sie das Haus - in Erwartung eines schönen Sommers. Bereits dort kommt einem die Story etwas wie "Amityville Horror" vor, doch es soll anders kommen, allein schon mit der alten Dame, die in ihr Zimmer zurückgezogen lebt, unsichtbar für den Zuschauer wie für die Untermieter, außer für Marian. Fideler ist da schon die mitgereiste Elizabeth (Bette Davis), die kokette Tante von Marian (Karen Black) und Ben Rolf (Oliver Reed), bei der Besetzung kann man zu Recht einiges erwarten. Das Familienglück ist von kurzer Dauer, als Ben seinen Sohn David wie von Sinnen im Pool fast ertränkt, die Eltern verändern sich schleichend und unheimlich in ihrem Wesen. Probleme mit ihrem Sexualleben hatten sie offenbar schon vorher, jetzt haben sie noch eines mit einer Spieluhr, die macht sich bekanntlich in Haunted House und anderen Gruselfilmen immer gut. Nach und nach scheinen all die Gewohnheiten und Lebensumstände ihrer heilen Welt umzukippen, es ist erstaunlich, wie Regisseur Dan Curtis eine ungreifbare, situativ bedrohliche Atmosphäre schafft, ohne dauernd auf sichtbare Spezialeffekte zurückzugreifen, wie es andere Genrevertreter gerne tun. Mehr auf einer Psychoebene scheint das alte Haus wie von Geisterhand wieder aufzublühen, während manche Bewohner eine mysteriöse Symbiose mit dem Gebäude eingehen, welches Beachtung und Fürsorge wie ein Lebewesen braucht, aber auch etwas Diabolisches, Einnehmendes an sich hat. Die panische Flucht, in die es gipfelt, hat Sam Raimi später in seinem Dämonenhorror "Tanz Der Teufel" szenisch ähnlich gedreht, um es mal vorsichtig auszudrücken. Mit einem Suspensefinale sowie einem schockierenden Ende ist "Landhaus Der Toten Seelen" ein Gruselfilm, der zwischen "Bis Das Blut Gefriert" und "House On Haunted Hill" zu den großen Spukhausfilmen gehört.
Fazit: Klassischer Gruselhorror ohne viel Blutvergießen, dafür gute Schauspieler und ein ebenso gut funktionierendes Drehbuch, das wohl überlegt Stufe für Stufe das Grauen erklimmt. Zu zweit ein wunderbarer Film zur Mitternacht. 8/10 Punkten