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Yo yo yo, die L.A. Riots, Motherfucker! …Watt? Ihr wisst nicht, was die L.A. Riots sind bzw. waren???
Kein Stress, ich verklicker euch das mal:

Die gewalttätigen Unruhen in Los Angeles 1992 (engl.: Los Angeles Riots, auch LA Riots, Rodney King Riots) begannen am 29. April 1992, als vier nicht-schwarze Polizisten, die in Los Angeles (USA) der Misshandlung des Afroamerikaners Rodney King beschuldigt worden waren, von einem Gericht freigesprochen wurden. Die daraus vor allem in der afroamerikanischen Bevölkerungsgruppe resultierende Empörung löste in Teilen Los Angeles für einige Tage einen Gewaltausbruch mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen aus. Am Ende waren 53 bekannt gewordene Todesfälle zu beklagen, mehrere tausend Menschen wurden verletzt und es entstanden Sachschäden in Höhe von ca. einer Milliarde US-Dollar.
[Auszug: Wikipedia]

So, alles klar jetzt!? Nice! Dann kann’s ja losgehen mit Snoop Doggs „L.A. Riot Spectacular“ und seinem medien- und gesellschaftskritischen Blick auf die Geschehnisse damals.
Genau: „Riot Spectacular“ ist eine Art Satire mit nachgestellten und ins humoristische gezogenen Szenarien rund um die damaligen Ausschreitungen, in welche aber auch echte TV-Mitschnitte, sprich: Live-Bilder von TV-Kameras und Polizei-Hubschraubern, eingebettet wurden.
Der Film versucht nun den Hergang der Riots ganz ordnungsgemäß abzuhandeln:
Er beginnt mit der Verfolgungsjagd Rodney Kings, welche hier von einem Clown-Reporter wie ein Pferderennen kommentiert wird, und dem anschließenden Schlagstockgewitter.
Im Film werden die zu Werke gehenden Cops als brutale Schlägernazis dargestellt. Tatsache ist aber, dass Rodney angetrunken war und sich tatkräftig seiner Verhaftung widersetzt hat, was aber nicht auf dem Video zu sehen war, welches ein unbeteiligter Anwohner mitgeschnitten hatte, und welches im Folgenden durch die Medien ging. Das muss der Fairness halber schon angemerkt werden…
Im weiteren Verlauf wird auch geschildert, wie nach dem Freispruch der Prügelbullen in South Central, einem „Schwarzen Ghetto“ in L.A., an der Kreuzung Florence - Normandie die Situation eskaliert und eine Gruppe Schwarzer einen Nicht-Schwarzen Truckfahrer aus seinem LKW zerrt und zu Brei prügelt.
Dann wird gebrandschatzt und geplündert und dann ist der Spuk auch schon wieder vorbei.

So, hört sich bis dahin ja ganz interessant an, ihr dürft allerdings nicht vergessen, dass dieser Streifen verzweifelt versucht, eine Komödie zu sein und die Geschehnisse ins Lächerliche bzw. Absurde zu ziehen…
…was ihm allerdings zu wirklich keiner Sekunde gelingt. Alles Rohrkrepierer am laufenden Band, ich schwör’. Kann mich schon jetzt an keinen einzigen Witzversuch mehr erinnern, und dass obwohl ich mir den Film erst vor zehn Minuten reingepresst hab’.
Der Showdown in Sachen Humor ist ein riesiges Nazi-„Familienduell“, in dem die Kandidaten die fünf meist gehassten ethnischen Gruppen erraten müssen.
Nicht komisch, echt nicht komisch…

Der Streifen ist also gänzlich fürn Arsch, und zumal sich optisch und technisch alles trotz mehrerer prominenter Gastauftritte (Emilio Estevez, Ron Jeremy etc.) im unteren Drittel einer Low-Budget-Produktion abspielt, ist er zudem auch noch Gift für die Augen.
Das einzige was den Film sehenswert macht, sind die authentischen Bilder, die Live-Mitschnitte und das echte Filmmaterial, das einen guten Einblick vermittelt, wie krass die Kacke damals am dampfen war.

Doch halt: Was hat unser O.G. Snoop hier eigentlich verloren? – Tja, der schlüpft hier in die Rolle eines guten Geistes oder verkörpert die arme und unterdrückte Schwarze Seele aller Afro-Amerikaner (Gott, was weiß ich denn?) und kommentiert das Geschehen immer mit ein paar bullenfeindlichen Phrasen, deren Krönung gewiss der „Fuck the Police“-Rap während des nachgestellten Prügelbullen-Prozesses ist.
Snoop ist natürlich wieder arschcool, aber allein kann da auch nix mehr großartig rausreißen.

Fazit daher:
Mit ner reinen Doku über die Riots wär’ man sicherlich besser bedient gewesen.
Egal, mein Tipp: Rahmenhandlung vorspulen und nur die Live-Mitschnitte gucken, denn die sind echt sehenswert.
Wer sich auf die Schnelle mal über die Riots von 1992 schlau machen will, kann hier mal nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/LA_Riots
Ich bin draußen, ya’ll…

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