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Die Literatur-Dozentin Rose Morgan ist eine geistreiche und charmante Frau im besten Alter; von den Männern zwar geliebt und geschätzt, jedoch mangels erotischer Ausstrahlung nie wirklich begehrt. Bis der gutaussehende Gregory, jedoch von seinem bisherigen Liebesleben völlig frustriert, in ihr Leben tritt und ohne sie auch nur einmal geküßt zu haben, sogar um ihre Hand anhält. Mit der einzigen Bedingung, dass eine Sache in ihrer Beziehung auch weiterhin ausgeschlossen bleibt: Sex! Rose akzeptiert zunächst, doch dann ändern sich die Spielregeln.

Wer sich mit Liebe hat zwei Gesichter amüsieren möchte, sollte definitiv keine Aversion gegen Barbara Streisand haben, die hier omnipotent in Hauptrolle, Regie auftritt, den Film selbst produzierte und natürlich auch am Soundtrack mitträllerte. Man kann das ganze wohl getrost als Ego Projekt sehen, denn in den über 120 Minuten hat sie mindestens genau so viele Großaufnahmen. Lustig fand ich vor allem das Mimi Rogers die ältere Schwester spielt, obwohl sie zum Drehzeitpunkt lockere 14 Jahre jünger war.
Wie so oft treffen hier zwei sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander. Da ist der attraktive Mathematik Professor, der Erfolg bei Frauen hat(te), aber durch viele Enttäuschungen geprägt wurde, auf der anderen Seite Mutters graues Mäuschen, die zwar ebenso intelligent ist, aber im punkto Männer ein Mauerblümchen-Dasein führt. Durch eine von Rose´Schwester gefälschte Antwort auf Gregorys Kontaktanzeige (spaßigerweise empfohlen von einer verdutzten Mitarbeiterin einer Sexhotline) lernen sich die beiden kennen und respektieren.
Die romantische Love Story nimmt ihren Gang inklusive Heiratsantrag, ungewöhnlich ist nur der kein-Sex-Paragraph. Gregory ist eine Ehe auf Basis intellektuellen Austausches lieber. Klar das die restliche Laufzeit mit der Frage ausgefüllt wird, ob die beiden das durchhalten. Und natürlich ist da auch noch die recht protektive Mutter (sogar Oscar Nominierung für Lauren Bacall), die es erst mal schlucken muß, das ihr Nesthäkchen jetzt wieder eigene Wege gehen möchte.
Liebe hat zwei Gesichter bietet dabei jetzt nicht gerade brüllend komischen Humor, ist aber recht charmant und amüsant anzuschauen. Die Darsteller können gefallen und natürlich wird auch was fürs Herz geboten. Allerdings sind zwei Stunden einfach zu lang für einen Film von dem man eh schon im vornherein weiß, wie er ablaufen wird, da hätte etwas Straffung nicht geschadet. Trotzdem nett.
6/10

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