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Nach dem Tod des alten Vizepräsidenten ist der amerikanische Präsident Jeff Bridges gezwungen einen Nachfolger zu finden. Seine erste Wahl ist Joan Allen, die er und Berater Sam Elliot unterstützen. Doch der Leiter des ermittelnden Ausschusses Gary Oldman versucht alles, um doch noch den, von ihm gewünschten Kandidaten in das Amt zu bekommen. Um dies zu erreichen wühlt er im Leben der Kandidatin nach Dreck, den er auch findet.
Die Story ist gut und wirft einen realistischen und sarkastischen Blick auf die amerikanische Politik. Der Film hat ein paar gute Wendungen, läuft aber wie ein roter Faden auf sein Ziel zu. Die Wendung am Ende, dass Allen das Amt doch nicht übernehmen will, baut noch einmal Spannung auf. Der Anfang zieht sich zwar ein wenig in die Länge, dafür ist der Mittelteil ebnfalls gut, ineressant und stellenweise spannend. Das Finale ist ein wenig zu amerikanisch und patriotisch geworden, was mich aber nur unwesentlich stört. Die letzte Wendung, dass der Alternativ-Kandidat einen Unfall fingiert hat, um als großer Retter dazustehen ist leider schon nach 10 Minuten abzusehen, dass der Präsident dies so genial ausnutzt aber nicht.
Die Charaktere sind gut gewählt: Der Präsident hat Ideale und steht von Anfang an hinter seiner Kandidatin, auch als diese durch verschiedene Skandale, die Oldman entdeckt, bedroht wird. Joan Allen ist aufrichtig und hält zu ihren Prinzipien. So will sie auch nicht über ihr Privat-Leben sprechen, als sie dadurch gerettet werden könnte. Sam Elliot ist Realist und steht geschlossen hinter dem Präsindenten und seiner Kandidaten, wirkt aber ein wenig verbittert. Oldman dreht sich alles wie er will, er legt sich mit dem Präsidenten an und wird im Film als Fiesling dargestellt. Christian Slater ist noch jung und versucht seinen Job im Ausschuss gewissenhaft zu erledigen, wobei er auch nicht davor zurückschreckt, sich mit dem Präsidenten anzulegen.
Teilweise ist der Film äußerst lustig und sarkastisch, vor allem wenn sich die hohen Politiker wie kleine Kinder streiten, ob die Kandidatin es auf der Uni 2 Jungen besorgt hat, oder nicht. Auch Elliots zynische und heftige Kommentare sind äußerst amüsant.
Meistens erinnert der Film jedoch an ein Drama und setzt sich mit dem Thema gut auseinander, zumal ich den Amerikanern solche Aktionen durchaus zutraue.
Joan Allen spielt die Hauptrolle hervorragend und zeigt sich in ihrer Opferrolle rührend, die Oscar-Nominierung ist gerechtfertigt. Dies gilt auch für den ebenfalls nominierten Jeff Bridges, der den Präsidenten würdig und glaubhaft spielt (ich würde ihn wählen). Sam Elliot spielt seine Rolle hervorragend und zynisch. Gary Oldman ist ebenfalls gut, er findet sich in der "Arschloch-Rolle" sehr gut zurecht. Christian Slater kommt wie immer sehr arrogant und schmlazig rüber, allerdings passt dies hier ausnahmsweise mal zur Rolle.
Zusammenfassend ist Rufmord ein ordentlicher Film, der sowohl Dramatik, als auch Sarkasmus bieten kann, durch hervorragende Darsteller glänzt und einen zynischen Blick auf die amerikanische Politik wirft.

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