Anno 1901 verschwinden in einem düsteren, norddeutschen Küstenort immer wieder Jungen. Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter und dem Verschwinden ihres besten Freundes Stefan findet die kleine Laurin mit Hilfe einer übersinnlichen Gabe heraus, wer sich hinter der Maske des unheimlichen Knabenfängers verbirgt.
Mit Laurin hatte ich so meine liebe Müh und Not, einerseits merkt man das das Produkt mit Sorgfalt und Herz produziert wurde, zum anderen hab ich mich nach den überschauhbaren 80 Minuten Laufzeit gefragt was ich denn da eigentlich gerade gesehen habe, denn in irgendwelche Schubladen läßt sich Laurin nur schwer einsortieren. Am besten läßt sich die Handlung noch als düsterdunkles Märchen beschreiben, ohne sich jedoch an gängige Konventionen zu halten. Im Interview Special beschreibt Robert Sigl ein wenig die Entstehungsgeschichte, die auf Kindheitsängsten beruht und im wesentlichen auf der Angst vorm schwarzen Mann gebaut wurde.
Mit einem recht schmalen Budget von 1,18 Mio D-Mark (O-Ton Sigl) wurde ein recht authentisches Zeitzeugnis zur Jahrhundertwende mit guten Kulissen und Kostümen gedreht. Als Darsteller fungieren ungarische Schauspieler (gedreht wurde ebenfalls dort), die ihre Sache soweit anständig erledigen. Auch die Bilder passen sich der finsteren Hintergrundstory an, von nächtlichen Friedhofsausflügen bis zu halbverfallenen Gemäuern ist alles vertreten, was eine unheimliche Atmosphäre ausmacht.
Ein wenig zu gemächlich fand ich dafür den Ablauf der Geschichte, der mit extrem ruhig beschrieben werden kann, the fast and the furious ist das definitiv nicht, zudem dauert es zu lange bis man überhaupt bemerkt, was die Macher eigentlich erzählen wollen. Laurin ist definitiv kein Film zum Nebenherschauen, bis man alle Facetten richtig deutet, sollte man den Film wahrscheinlich sogar mehrmals anschauen, soll heißen Leute mit kurzem Geduldsfaden sollten die Finger davon lassen. Dennoch bedingt empfehlenswert.
6/10