„Die Vergessenen“ ist ein Film der Kategorie „Mehr schein als Sein“. Auf den ersten Blick ein spannender Thriller, der sich letzten Endes als ernüchternde Mystery-Verschwörung entpuppt:
Telly Paretta (Julianne Moore) wird fast verrückt nach dem Tod ihres Sohnes Sam. Nach und nach verschwinden Fotos und Videoaufzeichnungen ihres Sohnes, selbst ihr Ehemann kann sich nicht an ihr gemeinsames Kind erinnern. Als ihr Psychiater erzählt, sie habe sich diesen Sohn und die Erinnerungen an ihn nur eingebildet, glaubt sie an eine Verschwörung. Auf der Flucht trifft Telly einen Mann mit gleichem Schicksal, durch ihre Hilfe beginnt er sich wieder an seine Tochter zu erinnern. Gemeinsam nehmen sie die Suche nach den verschollenen Kindern auf…
Trotz vieler schlechter Kritiken ist dieser mäßige Genre-Beitrag kein absoluter Reinfall. Der Beginn ist durchaus viel versprechend und spannend gelungen, auch die anschließende Hatz nach den Kindern ist durchweg solide inszeniert. Julianne Moore schlägt sich auf der Suche nach ihren Erinnerungen wacker, leider bleiben die restlichen Darsteller eher blass. Die Idee mit den verlorenen Erinnerungen ist nicht ohne Reiz und hätte durchaus Potential „The Sixth Sense“ die Stirn zu bieten. Leider driftet die Handlung zusehends ins Mystische ab und wartet mit einem banalen Ende auf. Schuld sind nämlich (Akte X lässt grüßen) gemeine Aliens, welche die Kinder für Experimente benutzt haben. Mal abgesehen davon dass dieser Ausgang völlig abgedroschen ist, er zieht auch den passablen Rest des Films ins Absurde.
Was noch zu erwähnen wäre sind ein paar gelungene Schockeffekte: So zum Beispiel ein unerwarteter Autocrash, der mich im Sitz zusammenzucken ließ.
Ein Film den man sieht und schnell wieder vergisst. Die Autoren haben hier leider eine tolle Grundidee verhunzt. Der Zuschauer der einen spannenden Thriller erwartet, bekommt am Ende eine Alien-Entführung serviert und wird zurecht enttäuscht sein. Lediglich für Axte X und Mystery-Fans zu empfehlen.
5/10 Punkten