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Gerade einmal 20 Minuten dauert es bis Regisseur Joseph Ruben seinen Film „The Forgotten“ grandios gegen die Wand fährt und das in einem Ausmaß, dass man wohl getrost von einem Totalschaden sprechen kann. Dabei beginnt es eigentlich so gut….

Julianne Moore spielt Telly, die ihren Sohn vor knappen 2 Jahren bei einem Flugzeugabsturz verloren hat. Noch immer gefangen in der Trauer kann sie nicht zurückfinden in ein Leben ohne Trauer, auch ihr Psychologe kann ihr nicht wirklich helfen. Alles verschiebt sich, als Telly entsetzt feststellt, dass immer mehr Erinnerungsstücke an ihren Sohn verschwinden, und letztlich alle in ihrem Umfeld, einschließlich ihres Mannes, ihr klarmachen wollen, dass sie nie einen Sohn hatte. Sie leide an einer psychischen Krankheit, der Sohn war nicht mehr als eine Ausgeburt ihrer Fantasy.
So weit so verwirrend und spannend. Doch dann kommt der Moment in dem Telly, die natürlich versucht herauszufinden was hier passiert, aus einem Gebäude tritt, in dem Himmel sieht und dort eine Wolke aufblitzt. Ich denke man muss nicht unbedingt Erich von Dännecken heißen, um zu wissen was das bedeutet. Genau, die Außerirdischen waren es. Doch bis wir zum Finale kommen dauert es noch lange, sehr lange. Der Film schickt seine Hauptdarstellerin, die mittlerweile einen Gehilfen in einem Vater gefunden hat, der dasselbe Schicksal teilt, von einer absurd blöden Situation zur Nächsten. Dsabei scheint es für Telly vollkommen normal zu sein, dass Menschen einfach aus Räumen gesaugt werden und Dächer verschwinden. Dazu gibt es noch einen geheimnisvollen Mann und natürlich eine Polizistin die zunächst skeptisch ist, dann aber zur Helferin wird. Das alles wäre sicherlich noch irgendwo ertrag bar, wird zwar sterbenslangweilig erzählt, und erinnert mehr oder weniger an eine misslungene Akte-X Folge, aber wie gesagt, es wäre noch ertragbar. So richtig blöd wird es dann erst im Finale, dass sich gar nicht erst die Mühe macht etwas zu erklären, sondern viel lieber die Werte der Familie über alles stellt und damit wohl hofft, so alles erklären zu können. Dazu zeigt sich noch dass auch Außerirdische den Gepflogenheiten des harten Arbeitsmarktes unterlegt sind und sich bei schlechter Arbeit schon mal ganz schnell nach einem neuen Job umsehen können.
Vielleicht wäre es irgendwo ertragbarer wenn sich der Film nicht so vollkommen ernst nehmen würde. Aber an dieser Ernsthaftigkeit, mit der er seine lächerliche Story präsentiert scheitert er kläglich.

Den Darstellern kann man dabei kaum einen Vorwurf machen, sie sind durch die Rollen so limitiert dass sie kaum eine Chance haben sich auszuzeichnen, die Effekte sind eher auf durchschnittlichem Niveau und einzig ein wirklich überraschender Autounfall, bringt etwas Dynamik ins Geschehen. Der Rest ist zumeist einfach nur ärgerlich. Ein Film bei dem man sich wünscht Hollywood hätte das Drehbuch irgendwo in einer Schublade vergessen und nie verfilmt. 2 von 10 Punkten.

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