Seit ihr Sohn Sam vor vierzehn Monaten bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, befindet sich Tally Paretta in psychiatrischer Behandlung bei ihrem Therapeuten Jack Munce, der der trauernden Frau eine flotte Psychose attestiert, die ihr nicht erlaubt, über den Tod ihres Kindes hinwegzukommen. Grotesk wird die Situation für Tally, als eines Tages sämtliche Erinnerungsstücke an Sam einfach so verschwinden und sich in ihrem Umfeld plötzlich niemand mehr daran erinnern kann, dass sie überhaupt mal einen Sohn gehabt hat. Da offenbart Dr. Munz Tally, dass sie sich die Existenz Sams nur herbeiphantasiert hat, um über das nach einer Fehlgeburt erlittene Trauma hinwegzukommen... was die trauernde Mutter allerdings mal so gar nicht überzeugt, wesewegen sie Ash Correll aufsucht, der seine Tochter Lauren ebenfalls bei dem besagten Flugzeugabsturz verloren hatte. Da dieser sich zunächst auch nicht mehr daran erinnern kann, mal eine Tochter gehabt zu haben und kurz darauf einige ominöse Regierungs-Beamte auf der Bildfläche auftauchen, ist wohl klar, dass Tally und Ash die Opfer einer größer angelegten Verschwörung geworden sein müssen. Aber gibt es wirklich eine Technologie auf dieser Welt, die es einem erlaubt, das Gedächtnis von Menschen derart zu manipulieren? Oder haben etwa doch tatsächlich Außerirdische ihre Finger im Spiel...? "Moment mal, wir sind doch nicht in so einem bescheuerten B-Movie!" sagt Dominic West da nach etwa einer Dreiviertelstunde zu Julianne Moore... eine Dialogzeile, die man besser direktemang aus dem Skript gestrichen hätte, denn auch wenn sich "Die Vergessenen" wie eine edel gestylte A-Listen-Hollywood-Produktion gibt, so ist er tief in seinem Inneren doch keinesfalls etwas anderes geworden. Die hochglänzende Machart und die prominente Besetzung von Joseph Rubens Streifen verdecken nämlich nicht, dass er im Grunde genommen doch nur mit den üblichen Paranoia- und Science-Fiction-Motiven herumspielt, die selbst bei "Akte X" auf TV-Niveau schon überzeugender umgesetzt wurden, von den vielen reinweg auf Genre-Bedürfnisse hin ausgerichteten Low Budget-Streifen ganz zu schweigen. Umso enttäuschender ist es, dass hier nichts anderes als eine auf schlichte Mainstream-Tauglichkeit hin gebürstete Hausfrauen-Mystery rumgekommen ist, die anfänglich zwar noch ganz gut funktionieren mag, letztendlich aber in einer dermaßen idiotischen und enttäuschenden Auflösung gipfelt, dass man sich doch glatt wünscht, den kompletten Film nie gesehen zu haben... respektive, ihn einfach "vergessen" zu können. Angesichts des Umstandes, dass Ruben in den 80er Jahren ja noch für echt manierliche Highlights wie "Dreamscape - Tödliche Träume" und den immer noch gut anzusehenden "Spur in den Tod 2" (aka "The Stepfather") verantwortlich gezeichnet hatte, ist es doch recht schmerzlich mitansehen zu müssen, wie ihm hier eine an sich recht valide Genre-Prämisse förmlich entgleitet und zwischen einigen wenigen effektiven, immerhin noch mit sicherem Timing untergebrachten Schock-Szenen in der schieren Banalität und sentimental-schmalzigem Kitsch versandet. Fast schon tragisch. Schade um die guten Darsteller, die diese auf flache Hollywood-Verhältnisse hin gebügelte Chose mit ihrer wirren, nicht zu Ende gedachten Alien-Plotte allerdings auch nicht im Alleingang retten können.
3/10