Sucht ihr mal wieder einen Film, der euch richtig gruseln könnte. Einen Film, der mit einem Spukhaus aufwartet, aber gleichzeitig auch schweißtreibende Verfolgungsjagden bieten soll? Einen Film, bei dem man bis zum Schluss nicht genau weiß, was überhaupt Sache ist? Dann ist "Der Leichenwagen" vielleicht genau das richtige. Sofern ihr auf das Finale verzichten könnt!
Die Grusel-Produktion "The Hearse" ist im Prinzip eine Mischung aus Haunted House-Movie" und Verfolgungs-Thriller. Es geht um eine junge Frau, die in das Haus ihrer verstorbenen Tante, welches in einem kleinen Provinz-Kaff steht, zieht. Allerdings scheint es in dem Haus zu spuken und die Dorfbewohner sehen sie auch nur sehr argwöhnisch von der Seite an. Zudem wird sie plötzlich auch noch von einem gruseligen Leichenwagen verfolgt. Klingt verworren? Ist auch so! Die Story des Geschehens ist doch reichlich lasch ausgefallen und stellt zudem einige Fragen auf, ohne sie so recht zu beantworten. Man hat das Gefühl das hier mehrere Drehbuchschreiber am Werk waren, ohne dass der eine gewusst hat, was der andere schreibt. Zwar gibt es durchaus ein paar nette Wendungen, in dem sonst recht linearen Treiben, doch ehrlich gesagt, man sieht sie meist eh schon viel zu früh voraus. Vor allem zum Ende hin wird es mächtig konfus. Schade eigentlich.
Trotz des lauen Drehbuchs schafft es der Streifen aber stehts und ständig eine nett gruselige Atmosphäre aufzubauen. Der unheilvolle Score klingt zwar nicht unbedingt viel anderes als der übliche Horrormix, trotzdem kann er einen gut in das gruselige Geschehen mit einbeziehen. Dazu eine nette Soundkulisse, aus der auch so ziemlich alles herausgeholt wurde, was man wohl erwarten dürfte. Zudem tun auch die dunklen Kulissen ihr übriges. Und bis kurz vor Schluss bleibt das Treiben, trotz aller Vorhersehbarkeit, doch die meiste Zeit spannend, wenn auch nicht unbedingt schweißtreibend.
Schade halt nur, dass das Ende so was von lasch und dämlich geraten ist. Man hat das Gefühl, dass die Macher plötzlich ganz schnell zum Ende kommen wollten und lassen das Treiben in einer derartig billigen und enttäuschenden Auflösung dümpeln, dass es einem den gerade gehabten Grusel-Spaß, rückwirkend, doch ziemlich vermiest. Selten ein so derart enttäuschendes und abgekacktes Ende miterlebt. Ein gutes Beispiel dafür, wie man dem Zuschauer 80 wohlwollende, wenn auch storymäßig anspruchslose, Filmminuten, durch gut fünf grandios dämliche Minuten, wieder vollkommen verhageln kann! Traurig, Traurig!
Was die Darsteller angeht, so wird Mittelmaß geboten. Hauptdarstellerin Trish Van Devere macht ihre Sache ganz zufriedenstellend, alle anderen wirken, mal mehr mal weniger, blass! Für so einen Streifen reicht es aber vollkommen aus!
Fazit: Eigentlich ganz nette, wenn auch recht wirre, Gruselunterhaltung, die ihre Mischung aus Gruselhaus- und Verfolgungsfilmchen erst einmal ganz nett halten kann, dann aber in einem der alberndsten- und, rückwirkend, "Filmversauendsten" Enden aller Zeiten gipfelt. Ohne diese Enttäuschung wären locker 7 Punkte drin gewesen, somit reicht es nur zu guten 5!
Wertung: 5/10 Punkte