Reporter Russel Woods und seine Frau Dee wollen in Südamerika einen Vulkanausbruch filmen. Doch der Ausflug endet in einer Katastrophe: Ihr Hubschrauber stürzt ab und Dee muss in einem Lavastrom ihr Leben lassen. Als Russel drei Monate später in Italien das Heimatdorf seiner Frau besucht, geschieht Merkwürdiges. Immer wieder sieht er ein Mädchen, welches ihm etwas mitzuteilen versucht. Russel zweifelt zunächst an seinem Verstand, doch bald ahnt er, dass er vor einem anstehenden Ausbruch des nahe gelegenen Vulkans gewarnt werden soll, der das Dorf zu vernichten droht.
Wenn man einen Film vor sich hat, der aus der Nature unleashed Reihe kommt und den schmissigen Namen Volcano trägt, könnte man meinen das es sich um einen Beitrag aus dem Katastrophengenre handelt. Das stimmt bei diesem Beitrag aber nur eingeschränkt. Die Screentime der spuckenden Berge erschöpft sich nämlich in der Anfangs- und Schlußsequenz, während sich der Zuschauer ¾ der Laufzeit eher in einem asiatischen Mysterygrusler vermutet, dem unheimlichen Mädchen mit den langen Haaren sei Dank, die nur mit Toten spricht, düstere Bilder malt und auch gerne mal so eben übers Bett levitiert. Dieses dient zwar letztendlich dazu den Ami auf die Fährte des nahenden Ausbruchs zu bringen, aber so einen Handlungsstrang hab ich in so einem typischen Weltuntergangsfilm noch nie gesehen.
Eingefangen wurde das ganze mal wieder von Stammregisseur Mark Roper, der von seinem Gönner Avi Lerner mal wieder zwei Hosentaschen voll Ein-Dollar-Scheine zur Verfügung gestellt bekam, worauf hin sich dieser nach Bulgarien zurückzog, einen Haufen unbekannter Nasen um sich scharte und diesen Film, ergänzt mit sehr viel Archivmaterial, wie Lava aus dem Boden stampfte. Erstaunlicherweise ist das Endergebnis gar nicht mal so übel, denn sobald man den Mystery-Köder mal geschluckt hat ist die Story sogar recht unterhaltsam, auf jeden Fall um Klassen besser als der typische Katastrophen TV Film von der Stange. Keine aufgeblähten Dialoge oder eine aufgesetzte Love Story, könnte von mir aus immer so sein, zumal auch handwerklich hier alles soweit passabel gelöst wurde, besonders die finale Eruption ist wirklich nicht von schlechten Eltern.
Die B-Darsteller sind soweit auch im Rahmen des erträglichen, Hauptdarsteller Chris Martin ist zwar ähnlich farblos wie eine Betonsäule, aber auch da hat man schon schlimmeres gesehen.
Für so einen billig gedrehten 08/15 Katastrophener, fand ich Volcano gar nicht mal so übel. Der Schwenk ins Übernatürliche kommt reichlich unerwartet und die Kombination Naturgewalt/Mystery ist in der Form doch etwas fast Neues, aber es funktioniert ganz passabel, andererseits hat irgendwann mal jemand Cola und Fanta zusammengemischt und das Ergebnis hat sich bis heute durchgesetzt, warum sollte das beim Mischmasch absolut unterschiedlicher Filmgenres denn nicht auch funktionieren. 5/10