Ein Jahr nach den geisterhaften Vorfällen ist Familie Freeling bei Dianes Mutter untergekommen. Doch auch dort ist der Familie keine Ruhe beschieden, denn hier spukt es bald ebenso und ein merkwürdiger Mann in Schwarz stattet den Freelings einen Besuch ab.
Die Fortsetzung macht nicht so viel falsch, allerdings auch nicht so viel richtig. Das mag auch an der Entstehungsgeschichte liegen, denn der von Brian Gibson inszenierte Gruselstreifen wurde von knapp 130 auf etwas über 90 Minuten gestutzt. Das merkt man, die Erzählung ist immer wieder holprig und lückenhaft. Und das betrifft nicht nur das Fehlen der älteren Tochter Dana, die aufgrund des Ablebens von Darstellerin Dominique Dunne nicht mehr dabei ist. Über seine Laufzeit hinweg wirkt „The Other Side“ wie eine Ansammlung von Ideen, aber ohne einen roten Faden.
Es gibt wieder etwas Humor hier und da und mit Kane hat man eine tatsächlich gruselige Figur zu bieten. Das Thema „Familie“ nimmt wieder eine wichtige Rolle ein und dazu schaut man insgesamt mehr in Richtung Horror als noch im Vorgänger. Dies aber auf eine verplante Art und Weise, das Werk springt von einer Episode zur nächsten und daran leidet die Spannungskurve. Dazu will das Skript einem alles zeigen und erklären, was gar nicht nötig ist. Und dann ist da noch die im Titel zu findende „andere Seite“. Und diese ist einfach von vorne bis hinten Kappes. In ihrer Gesamtheit eine visuelle Enttäuschung, in Einzelteilen kitschig und ein Fremdkörper.
Da rettet auch das Kreaturendesign eines H. R. Giger nicht viel. Die Effekte sind wechselhaft in ihrer Ansehnlichkeit und das bezieht sich sowohl auf die visuellen als auch praktischen. Vom Hocker reißt hier nichts, das wirkte im Vorgänger doch stimmiger. Bis auf die erwähnte Ausnahme ist die Familie wieder in der gleichen Besetzung vertreten, kommt aber nicht mehr so sympathisch rüber wie im Erstling. Neuzugänge wie Will Sampson (Tylor) und Julian Beck (Kane) sind gelungene Ergänzungen. Der Cast macht seine Sache insgesamt okay, Jerry Goldsmiths Score ist mit seiner Mischung aus klassischen Stücken und ein paar elektronischen Einsprengseln eher im Hintergrund, ab und an finden sich bemerkbare Unschärfen im Bild und nachts ist es merkwürdig hell im Haus.
„You've never been a hippie.“
Man kann hier viel nörgeln, wenn man will. „Poltergeist II“ bietet dazu genug Angriffsfläche, sei es aufgrund der lückenhaften Erzähle, sei es durch die teils mediokren Effekte oder das wenig beeindruckende Finale. Aber er hat seine atmosphärischen Momente, Julian Beck als Kane und immerhin kaum Längen. Durchschnittliche Fortsetzung.