Nach "Chihiro's Reise ins Zauberland" und "Prinzessin Mononoke" kommt nun mit "Das wandelnde Schloss" Hayao Miyazakis neues Meisterwerk in die deutschen Kinos. Zum Glück, muss man sagen, denn eine Direct-to-Video Veröffentlichung würde seinem neuen Werk nicht gerecht werden. Zu aufwendig und detailverliebt, zu intelligent und rührend in Szene gesetzt, gebührt dem Film einfach nur die Premiere auf der grossen Leinwand. Die Geschichte basiert auf dem Buch "Howls Moving Castle" von Diana Wynne, also keiner typisch asiatischen Erzählung, im Gegensatz eher europäisch geprägt, was sich auch im Film wiederspiegelt. Wer "Heidi" kennt, wird hier sicherlich Vergleiche anstellen können. Es geht hauptsächlich um ein junges Mädchen, das sich in einen jungen Zauberer verliebt und deswegen von einer Rivalin verzaubert wird, auf dass sie den Rest ihres Lebens als äusserlich unattraktive alte Frau verharren muss... Liebe, Eifersucht, "alt" werden... Dass dieses Grundgerüst ein gewisses "Herz Schmerz" Potential besitzt, erklärt sich von selbst und bildet mit den wunderschön gezeichneten und animierten Szenen, den liebenswert charakterisierten Protagonisten und der wuchtigen pathetischen Musikuntermalung eine der wichtigsten Säulen, die den Film interessant und sehenswert machen. Der Film steht den bekannten Zeichentrickklassikern der Disney Studios in nichts nach und bildet ein willkommenes Kontrastprogramm zu den neueren, oft seelenlos wirkenden und auf den schnellen Kommerz ausgelegten 3-D Animations - "Blockbustern". Dass "Das Wandelnde Schloss" wohl doch nicht schall und klanglos an den deutschen Zuschauern vorbeizog, zeigt die stolze Platzierung auf dem 7. Platz der dt. TOP10 Kinocharts. Und wenn Miyazaki endlich den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhält, werden seine Filme wohl nochmals ein Plus an Aufmeksamkeit und Anerkennung dazugewinnen können.