Review

Sie sucht einen Mann, er auch!

Diese Ausgangsposition kennen wir aus dutzenden Love-Storys, Romantik-Komödien und Beziehungs-Dramen. In LIEBE IN JEDER BEZIEHUNG bildet eben diese Konstellation die Ausgangssituation für ein emotionales Durcheinander bei Jennifer Aniston. Als attraktive Sozialarbeiterin nimmt sie den schwulen Grundschullehrer George bei sich auf, der gerade von seinem Freund sitzen gelassen wurde. Die Notlösung entwickelt sich schnell zu einer tiefen und innigen Freundschaft. Als Nina von ihrem (Noch-)Freund schwanger wird schein t das Chaos vorprogrammiert...

Wider Erwarten beschert uns Nicholas Hytner („HEXENJAGD") keine slapstick-orientierte Kalauer-Breitseite, wie man es aus zahlreichen anderen Teenie-Komödchen gewohnt ist. Nein, er nimmt sich vielmehr dem Gefühlsleben der Protagonisten an. Die Phasen zwischen kennen lernen und lieben dürfen, verborgenen Sehnsüchten und unerfülltem Verlangen.
Unter seinen Fittichen entstand ein höchst sensibles Drama, das mit einem fantastischen Schauspieler-Pärchen aufwartet - Paul Rudd und Jennifer Aniston verkörpern das befreundete Duo mit spielerischer Leichtfertigkeit und sorgen mit ihrem Spiel für witzige Dialoge und Mitgefühl.

Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert!


Hytner's Inszenierung ist hoch anzurechnen, dass der Streifen nicht in nur allzu bekannte Hollywood-Klischees abdriftet. Der Schwule bleibt schwul und heiratet nicht die beste Freundin, soviel vorweg.

„Liebe bedeutet einen Menschen zu finden und in ihm aufzugehen!"

Mit dieser bezeichnenden Kernaussage ist der Film treffend umschrieben. Das Glück liegt nicht immer greifbar auf der Straße und es gibt viele Situationen im Leben, in denen man Entscheidungen nicht erzwingen kann - Egal was man tut, man kommt nicht weiter, bleibt unglücklich, bekommt selten das, was man will.
Dennoch geht das Leben weiter und man kann an anderen Ecken eine Portion Glück finden, sich mit Gegebenheiten arrangieren. Freundschaft und Zuneigung ist manchmal wichtiger als eine unglückliche Liebe.

Logischerweise erreicht Hytner mit diesem Plot vielleicht nicht das Massenpublikum und bricht Kassenrekorde - dennoch hat er mit seiner kleinen Produktion das Kunststück geschafft, große Gefühle zu erzeugen.
Auch wenn der Erinnerungswert nicht so groß ist, für einen rundum gelungenen Fernsehabend reichts allemal!

(7 / 10)

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