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(Unter'n Deck)Mantel und Degen


Die klassische, hier aber sehr lose und (für die damalige Zeit) modern und stargestützt adaptierte Geschichte von D'Artagnon und den drei berühmten Musketieren - ein solider und augenzwinkernder Swashbuckler im 90er-Vorzeigemodus…

Dagegen stinkt die aktuellere Version von Thomas W. Anderson total ab. Das ist eine Aussage, da muss man nicht allzu viel Mut besitzen, um sie selbstbewusst aufzustellen und unterlegen zu können. Aber auch losgelöst von solchen Hochglanz-Trash-Augenkrebserzäugern ist „Die Drei Musketiere“ von 1993 ein gelungener Auflauf. An Stars, an Klischees, an unbefangenem Spaß. Ein wenig „Young Guns“, nur im Mantel-und-Degen-Genre. Stark besetzt, mit genug Augenzwinkern und dennoch Abenteuerfeeling. Ein wenig sehe ich ihn durch die berühmte rosarote Brille. Aber auch losgelöst von Nostalgie, Kindheitserinnerungen und vom damaligen Zeitgeist, können diese dreieinhalb Kämpfer für Gerechtigkeit überzeugen. Die Chemie untereinander stimmt auffällig. Einer für alle, alle für einen! Mit Tim Curry als Bösewicht machst du vorsichtig gesagt nie was falsch. Sheen war noch zu gebrauchen, O'Donnell noch nicht Robin-geschädigt, Sutherland hat auch als Held eine gewisse Badboy- und „Fuck It“-Aura. Und bei Frauen wie Rebecca De Mornay, Julie Delpy oder Gabrielle Anwar in ihrer Prime bleibt wohl kaum einem Mann der Mund zu. Harmlos, leicht, locker und kindgerecht ohne weichgespült zu sein. Aus der legendären Vorlage kann, vielleicht muss man sicher noch viel mehr und auch Ernsthafteres rausholen. Doch im Grunde ist diese Version ganz süß und solide.

Fazit: als fechtender und feixender Abenteuerfilm grundunterhaltsam, vor allem getragen vom Charisma der damaligen Stars und der Chemie. Als Adaption oder Qualitätskino natürlich eher suboptimal. 

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