Die Dokumentation von Kevin Burns und Edith Becker beschreibt in knapp 150 Minuten die Entstehung der klassischen „Star Wars“-Trilogie und ist trotz seines offiziellen Status‘ eine der lohnenswertesten Sichtungen, wenn man sich für die Geschichte hinter diesen drei Filmen interessiert.
Offizieller Status heißt aber eben auch, dass es etwas geglättet wirkt. Wie viel kann ich nicht beurteilen, ich war ja nicht dabei. Aber es ist auffällig, wie wenig kritisch sich die Beteiligten über die Beteiligten äußern. Das muss man schlucken, ebenso wie die Gewichtung der drei hier betrachteten Filme. So nimmt der 1977er Erstling erwartbar einen großen Teil ein. Dazu beginnt die Doku noch ein gutes Stück vorher, ordnet die Filmlandschaft in den 1970er Jahren in Hollywood ein und erzählt ein bisschen was über Schöpfer George Lucas und dessen (filmischen) Werdegang vor dem Sternenkrieg. Die Entstehung des ersten Films wird dann recht ausführlich beleuchtet, es gibt Interviews, Szenen vom Dreh und Anmerkungen zum Schreibprozess, der Finanzierung und Lucas‘ Einstellung dazu, ein unabhängiger Filmemacher sein zu wollen. Allerlei Probleme während der Dreharbeiten werden thematisiert, es gibt was zur Arbeit an den Effekten und auch etwas zur Musik bekommt man zu sehen. Es sind viele kleine Happen, letztlich könnte man darüber natürlich noch viel mehr erzählen.
Gleiches gilt dann für „The Empire Strikes Back“ (1980), auch hier wird auf die unterschiedlichen Prozesse und Entwicklungsstadien eingegangen, wieder unter Ansicht der Beteiligten und ihrer einzelnen Bereiche. Bei „Return of the Jedi“ (1983) sieht es etwas anders aus. Hier spart man den Schlussteil aus, über die Schlacht im Orbit über Endor oder die Szenen im Thronsaal des Imperators gibt es nichts. Das ist schade, gehört das doch immerhin zum großen Finale der Trilogie und gerade zu der Konstellation Luke / Vader wären dramaturgische Hintergedanken interessant gewesen.
Stattdessen gibt es gegen Ende noch etwas über Lucas‘ Privatleben, seine Firma Lucasfilm, die Skywalker Ranch und die Special Editions der Trilogie. Kann man machen, sind auch nur ganz kurze Passagen.
Immerhin gibt es viele Wortmeldungen, natürlich zuvorderst von Lucas selbst, der seine Motivation und Ansichten zur Entstehung und den Drehs formuliert. Dazu kommen auch Mark Hamill, Carrie Fisher, Harrison Ford, Billy Dee Williams, Kenny Baker, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Warwick Davis und einige andere Leute zu Wort. Manche aus den Effekt-Teams, Komponist John Williams und Regisseur Irvin Kershner ebenso wie Steven Spielberg oder James Earl Jones.
Hier und da gibt es noch was zum kulturellen Phänomen und die Bedeutung, die insbesondere der erste Film nach Erscheinen auf die Kinolandschaft in den USA hatte.
Unterlegt ist all das mit Ausschnitten aus den Filmen, hier nahm man überwiegend Szenen aus den Special Editions bzw. der 2004er-Fassung. Man wirbt mit der Moderne für seine Wurzeln von damals.
"This is great. Of all the things to worry about, the Wookie has no pants."
Kein Wort zum „Star Wars Holiday Special“? Nein, hat aber wohl auch niemand ernsthaft erwartet. Genauso wenig, dass man hier allzu kritische Töne hört. Dennoch gehört „Empire of Dreams“ für jeden Fan zum Pflichtprogramm, man fühlt sich stets gut unterhalten und die zweieinhalb Stunden vergehen wie im Flug. Das muss man der Doku lassen, sie schafft es, die Momente dieser Filme sowohl wieder erlebbar zu machen als auch mit Informationen angereichert zu präsentieren. Mit vielen Wortmeldungen, dem Blick hinter die Kulissen und der Veranschaulichung der Magie, die einen bei jeder Sichtung dieser drei Filme erneut in eine weit, weit entfernte Galaxie mitnimmt.