Ein Film wie ein Fußballspiel. Das man allerdings zum 10. Mal sieht. Nicht nur, dass man vorher schon immer weiß, was geschehen wird, sondern man ist sich auch noch sicher, wann dies und das geschehen wird.
Wahrscheinlich bin ich wohl auch selber Schuld, doch ich hatte spät nachts Nichts zu tun und auf Schlafen hatte ich noch keine Lust. Dann musste eben dieser Film für mich herhalten. Oder ich für ihn. Eine schlimmere Aneinanderreihung von Klischees ist mir ja selten vor die Augen gekommen, denn zugegeben schau ich zwar schon seit Jahren mit größter Begeisterung Filme aus jedem Genre, doch ich denke, nicht nur einem Film-Fan kommt solch Handlungsentwicklung höchst bekannt vor.
Wie gesagt, eigentlich bin ich ja selber Schuld, denn die Story verspricht nicht sonderlich viel Abwechslungsreiches vom Einheitsbrei, aber wie soll man auch auf eine Überraschung oder einen Geheimtipp stoßen, wenn man sich nicht manchmal etwas anschaut, von dem man nicht so große Erwartungen hat.
Es geht um Terri Fletcher, die ihren Bruder bei einem Autounfall verliert und anschließend einen Musik-Workshop in Los Angeles besuchen möchte. Da ihr Vater jedoch sehr besorgt um sie ist und sie zusätzlich in einer Kleinstadt leben, soll da zunächst Nichts draus werden, doch dank ihrer Tante gelingt es Terri dann letztendlich doch, den vierwöchigen Kurs zu besuchen und da nicht nur einwandfrei Singen zu lernen, sondern noch viel viel mehr...
Dass Terri ja eigentlich Supergirl ist, brauche ich wohl hierbei nicht erwähnen, denn wer meint, dass sie sich mit der Umstellung von Kleinstadt zu Großstadt schwer tut, der hat falsch geschätzt. Spielend leicht freundet sie sich mit anderen Musiktalenten an, deren Einstellung in Sachen Zwischenmenschlichkeit sie binnen kürzester Zeit ändert, sie ergattert die Blicke vom Frauenschwarm, der bis jetzt anscheinend mit jeder rumgemacht hat, die keine 3 Beine hat und plötzlich stocktreu ist und natürlich verkuppelt sie auch noch unverkuppelbare und schüchterne Wesen im Handumdrehen. Da wird man fast schon neidisch, solch tolle Freundin nicht auch in seinem erlesenen Kreis von Bekannten zu haben.
Logischerweise ist Terri nicht nur wegen der Musik am Start, sondern sie lernt natürlich gleich noch fürs Leben, was sie wiederum in ihre tollen Lieder mit einbaut. Auch ihren Vater missioniert sie mit ihrer Art, die Musik zu interpretieren und sie auf der Bühne preiszugeben. Gerade noch ihre Sachen packend, klatscht er Minuten später tobenden Beifall, hat Tränen in den Augen und liebkost seine ihn hintergehende Ehefrau auf zärtlichste Weise. Dass Terri das Stipendium nicht bekommt, ist dann fast schon wieder eine Überraschung, aber bewahrt den Film vor einer vollkommenen Blamage, denn hätte das Ende so ausgesehen, wie es der Plan von Terri und Jay war, nämlich sich das Stipendium irgendwie zu teilen, dann hätte ich noch mehr Grinsen müssen als ich es eh schon tat.
Ich weiß auch nicht, was zum Teufel die Regisseure oder Drehbuchautoren mit solchen Geschichten erreichen möchten. Und ich hoffe auch nicht, dass sich wirklich talentierte Musiker, die noch nicht entdeckt worden sind, nicht von so einem Film blenden, geschweige denn inspirieren lassen, denn da saß schon Mr. Hollywood am Schreibtisch und ließ alle nur erdenklichen Klischees von allen mir bekannten Teeniekomödien vom Stapel, bis letztendlich ein Werk vollbracht war, das transparenter als ein fabrikneues Fensterglas ist und in seiner Darstellung fast schon langweilt.
Das Einzige, was mich einigermaßen bei Laune gehalten hat, waren die tollen Bilder der Stadt Los Angeles und das solide Setdesign, denn über Schauspieler, Logik, Realitätsnähe und Einfühlsamkeit ist schützenderweise nur der Mantel des Schweigens zu hüllen. Und wenn dann auch noch so Anfängerfehler passieren und Terri beim Abschlussball einmal links neben Jay steht, um einen Schnitt weiter, ohne sich zu bewegen, rechts neben ihm zu stehen, dann ist die Peinlichkeit perfekt.
Da der Film aber dennoch irgendwie unterhaltsam ist, weil es fast schon Spaß macht, abzuwarten, ob auch die nächste Wendung bzw. das nächste bekannte Klischee zum Vorschein kommt, und auch die Optik ganz nett mitanzusehen ist, gibt es
3/10 Punkte