Review

Dann doch lieber eine Arbeitswoche


Im Stile von „Straw Dogs“ oder „Deliverance“ - nur ohne Hillbillies oder menschliche Gefahren, sondern nur mit der puren, zurückschlagenden und bestrafenden Natur als tödliche Gefahr und blubbernder Sündenpool! Das ist „Long Weekend“, ein astreiner Klassiker des Survivalhorrors aus Down Under. Wir folgen einem verbitterten und völlig zerstrittenen Ehepaar ins Outback, zu einem Campingtrip, der ihre Liebe neu entfachen oder zumindest ein paar Risse wieder kitten soll. Doch zwischen Andeutungen auf Hass, Fehlgeburten/Abtrennungen und Fremdgehen entlädt sich die Wut und Verzweiflung der beiden schnell auf die umliegende Natur, wodurch von Bäumen über Wallabys bis zu Vögeln Flora und Fauna blutig leiden müssen - bis diese unaufhaltsam zurückschlägt und die beiden gescheiterten Liebenden zermartert… 

Nature Strikes Back

Das Remake zu „Long Weekend“ kann ich zwar auch empfehlen (vom „Storm Warning“-Macher!), aber im Endeffekt geht nichts über dieses beunruhigende Original. Selten wirkten Tierwelt und Outback feindlich gesinnter. Selten machten Ehefrust und Selbsthass zerschmetterndere 180s. Australien ist schwitzig, einsam und gnadenlos. Es braucht keine Killer oder Kannibalen um unter die Haut zu gehen. Manchmal reicht eine Wüstenmaus im Busch. Bibbern, schwitzen, genießen. Weit vor „Razorback“ oder „Wolf Creek“. Überhaupt nicht trashig, selbst wenn es die Grundidee erlauben würde. Tierterror bar Augenzwinkern. Kommt ganz ohne Twist oder Erklärung aus. Kein Shyamalan, kein auslaufender Giftmüllbehälter, keine wirkliche Gesellschaftskritik. Der Horror kommt hier aus dem Inneren. Unbarmherzig und wild. Und das bleibt zeitlos und gut! 

Fazit: unfassbar spannender bis straight up unangenehmer Ozploitation-Thriller - schwitzig und fieser als Vegemite! 

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