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Schon ein par Jährchen bevor sich im Zuge der Zombiewelle entgültig herauskristallisierte, dass die Italiener in Sachen Plagiat-Horror eindeutig die Asse im Ärmel haben, drehte Mario Gariazzo diesen kleinen, mittlerweile etwas in Vergessenheit geratenen Schocker im "Der Exorzist"-Fahrwasser. Drehen tut´s sich hier um die hübsche Kunststudentin Daniela, von der nach der Begutachtung einer alten entweihten Christus-Statue der Satan Besitz ergreift. "L´Ossessa" erweckt in den ersten Minuten aufgrund einer recht schmierigen SM-Szene den Eindruck einer Sleaze-Granate, doch dem ist nicht ganz so; wird diese doch für den weiteren Verlauf der Handlung noch relevant sein und auf weitere sexploitative Elemente weitestgehends verzichtet werden. Überhaupt ist der Streifen bis auf einige Schnitte recht ordentlich runtergekurbelt. Altbewährte Schock-Methoden wie Stimmen aus dem Off und Apltraum-Szenen (die recht stimmungsvoll beleuchtet und ausgestattet sind) werden wirkungsvoll eingesetzt, so dass dem Zuschauer durchaus stellenweise wohlige Schauer über den Rücken laufen. Sobald der eigentliche Exorzismus jedoch losgeht, flacht das ganze ärgerlicherweise enorm ab, denn Danielas Ausschweifungen wirken im direkten Vergleich mit Vorbild Linda Blair nur mehr harmlos (überraschend für eine solche Produktion, gell?) und das Finale ist nun wirklich mehr als mau. Nun ja, hätte Gariazzo das Niveau der Anfangsminuten aufrechterhalten, hätte aus "L´Ossessa" ein grandioser Horrorfilm werden können, so bleibt aber letztenendes nur Durchschnittskost mit netter Atmossphäre und ein par guten Momenten. Die Italo-Fraktion sollte ihn aber mal gesehen haben, zumal der leider kürzlich verstorbene Genre-Mime Ivan Rassimov eine recht interessante Darstellung des Leibhaftigen ablieferte.

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