Review

Softporno-Spukschloss-Super-GAU


Die Franzosen haben in den 70ern ein paar Mal exzellent Erotik und Grusel miteinander kombiniert, Jean Rollin ist da sicher König und Paradebeispieleablieferer. Da gibt es, wenn man sich darauf einlässt, einige echte Knaller und sexy Semi-Klassiker zu entdecken, von „Fascination“ bis „The Iron Rose“. Am liebsten wäre „Mädchen für verbotene Spiele“, von Pornoregisseur Guy Maria, wohl in dieselbe Richtung gegangen - scheitert dabei aber gnadenlos schlecht und nervtötend langweilig. Das alte Rein-Raus-Spiel adäquat einzufangen ist scheinbar nicht dasselbe wie erotischen Horror auf die Leinwand zu bannen... 

Dieser völlig zurecht eigentlich verlorene Schundgähner, den ich auf dem sechsten Bahnhofskino-Weekender im Düsseldorfer Filmmuseum „genießen“ durfte, handelt von einer drallen jungen Frau und Bediensteten, die von einem alten Burgherren engagiert wird, der meint, jemand wolle ihn umbringen. Später taucht dann auch noch die ungruseligste Hexe aller Zeiten auf, ein grau melierter Mann mit mysteriösen Röntgen- und Hypnose-Augen (!) springt ebenfalls durch die billigen Gemäuer und die meiste Zeit wird sich abgeschleckt und aufeinander herumgerollt. Minutenlang, monoton, jämmerlich. Was auf dem Papier noch leicht bekloppt und unterhaltsam klingt, verkommt in echt aber leider zu einer müden Farce, deren kurze Laufzeit sich zieht wie wiedergekauter Kaugummi. Natürlich haben die Damen etwas zu bieten und laufen öfters nackt durchs Bild als mit Textil an der feinen Haut - doch da war das Nach-22 Uhr-DSF-Programm vor 20 Jahren unterhaltsamer und abwechslungsreicher als dieser Versuch, der an Erbärmlichkeit und Unvermögen kaum zu überbieten ist. Das wäre gerne ein tütteliger Atmosphärefilm, zum Eintauchen und Abspritzen. Ist im Endeffekt aber weder Wichsvorlage noch Schauermär, sondern einfach nur schmerzhaft. 

Fazit: ein öder, überflüssiger Scheissfilm und kein Stück mehr wert, als ein miserables Softcorepörnchen. Dagegen wirkt jeder Rollin wie ein waschechtes Meisterwerk. Hier muss man dem Essigsyndrom nicht böse sein - dieser Schmarn darf gerne kaputt und verschollen gehen. So böse das auch klingen mag. Guckt ihn euch selbst an, wenn ihr es nicht glaubt - aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt... 

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