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„Das Grauen auf Black Torment“ mit seinem irreführenden deutschen Titel (nichts im Film heißt so) ist ein 1964 veröffentlichter britischer Low-Budget-Gruselkrimi im Gothic-Horror-Gewand von Regisseur Robert Hartford-Davis, der, angesiedelt im 18. Jahrhundert, mit einer tollen Ausstattung in Form seiner Kulissen, Kostüme etc. aufwartet, die von einer gelungenen Kameraführung eingefangen wird. Einen großen Namen à la Price, Cushing oder Lee gibt in der Darstellerriege zwar nicht, John Turner spielt seine Hauptrolle aber überzeugend, ebenso wie im Prinzip alle Nebendarsteller. Handwerklich gibt es also eigentlich nichts zu bemängeln, Atmosphäre und Rahmenbedingungen stimmen. Das mitunter holprige Drehbuch, das zumindest aus heutiger Sicht wenig innovativ erscheint und schon sehr früh Rückschlüsse auf den wahren Hintergrund der Spukereignisse zulässt, hat es da etwas schwieriger, dafür kann „The Black Torment“ aber mit einigen überraschend gruselig ausgefallenen Szenen punkten. Ein Höhepunkt ist dabei sicherlich die Verfolgungsjagd zu Pferde, die (nicht nur) seinerzeit gewiss manchen Atem hat stocken lassen. Effektiv ist auch die verzerrte Fratze eines der Protagonisten, die im Finale kurz vor einem an Kostümfilme erinnernden Fechtkampf zu sehen ist und sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Zu den Gruselmomenten gesellen sich wie so oft ganz weltliche, wenig übernatürliche Motive wie innerfamiliäre Abgründe, Gier und Hass. Mehr möchte ich aber auch nicht verraten, schließlich wurde ich im kuriosen Vorspann gewarnt, keinesfalls das Ende auszuplaudern, wenn ich nicht von der „Schwarzen Plage“ erfasst werden möchte. Eine Frage muss aber noch erlaubt sein: Welche „Schwarze Plage“, zur Hölle? Das Hauptproblem dieses unterhaltsamen, handwerklich sauberen, kurzweiligen Films dürfte die durch solche Albereien beim Publikum geweckte überzogene Erwartungshaltung sein...

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