Ja, die einsamen und sterilen Gänge in Krankenhäusern waren mir schon immer suspekt und der Kurzfilm „Ward 13“ hat diesen Eindruck noch verstärkt. Die Ereignisse um Patient Ben sind wahrlich beängstigend grotesk und vom Australier Peter Cornwell ansprechend und temporeich in Szene gesetzt.
Nachdem Ben von einem Auto angefahren wurde, erwacht er in einem Krankenhaus. Sein Gesicht ist komplett bandagiert, nur die Augen sind sichtbar. Bei einem Erkundungsgang häufen sich mysteriöse Ereignisse. Ein Hund mit zwei Köpfen und ein mutierter grüner Patient lassen nichts Gutes vermuten: Auch Ben soll zum Monster umoperiert werden, die Ärzte haben bereits die OP vorbereitet, doch noch ist nicht alles verloren…
Regisseur Cornwell arbeitete mit der sehr aufwendigen Clay-Motion-Technik, also mit Knetgummifiguren, wie man sie aus Filmen wie „Chicken Run“ kennt. Dabei stehen besonders die Augen als Ausdrucksmittel im Vordergrund, denn auf Dialoge wurde durchgehend verzichtet.
Das Geschehen bietet über 13 Minuten einfallsreiche Action, die man selten zuvor bei einem Kurzfilm zu sehen bekam. In seiner Rasanz durchaus mit einem feurigen Showdown eines Hollywoodkrachers vergleichbar.
Schnelle Schnitte und einfallsreiche Fights, die in einer finalen Konfrontation in rasenden Rollstühlen mit Gehstock-Gekloppe münden. Verstärkt wird das irrwitzige Treiben durch einen orchestral gehaltenen Score, der wunderbar ausgearbeitet wurde und vor allem in den ersten Minuten jede Menge Suspense erzeugt.
Sicher fällt eine Vielzahl von Kurzfilmen entsprechend kurzweilig aus, aber dieser ist es besonders. Die Schlusspointe schließt dann angemessen grimmig den Kreis und stellt den Zuschauer vollends zufrieden. Bis auf ein paar Feinheiten innerhalb der Animation alles bestens.
9 von 10 Punkten