Review

“Black Emanuelle und die letzten Kannibalen” oder “Nackt unter Kannibalen” ist der verzweifelte Versuch Joe d’Amatos, auf der beginnenden Kannibalen-Welle mitzuschwimmen. Seine Version sollte allerdings nicht nur Splatter sondern auch Erotik zu einem unwiderstehlichen Horror-Cocktail einen.

Die Story ist ebenso schnell erzählt wie sie lächerlich ist:
Die Journalisten Laura recherchiert undercover in einem Irrenhaus und stößt dabei auch eine geistig verwirrte Frau, die ein Symbol eintätowiert hat, welches auf einen Kannibalenstamm schließen lässt.

Kurz darauf bricht sie mit einem kleinen Team zu einer Expedition auf, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Das war’s im großen und ganzen. Was wir zu sehen bekommen, ist pure Langeweile, Erotikszenen, die so erotisch sind wie eine durchschnittliche Duschgel-Werbung und den Härtegrad von ZDF-Samstagskrimis besitzen sowie einige recht harte aber extrem billige und selbstzweckhafte Splatterszenen.

Die Schauspieler sind unterstes Niveau, passen aber dann doch wieder sehr gut zu den peinlichen Texten, die sie sprechen müssen.

Des weiteren beinhaltet der Film ein interessantes Tag-Nacht-Paradoxon: Es ist immer hell, auch wenn es mitten in der Nacht ist. Fairerweise muss man aber sagen, dass „nachts“ meistens im Schatten gedreht wurde und sich nur besonders kritische Zuschauer von den deutlich zu erkennenden Sonnenstrahlen, die durch das Blätterdach einfallen, stören lassen. Aufgrund dieses Paradoxons hat man jedenfalls einige Lacher sicher.

Um zum Abschluss zu kommen:
Ich habe selten einen derart langweiligen, uninspirierten und unlogischen Film gesehen. Es gibt kaum Erotik, kaum Horror aber stundenlanges Herumgehlaufe im örtlichen botanischen Garten.

Zwei Sätze bleiben dem Betrachter in Erinnerung:

1. Nach einem Kannibalenüberfall sitzt Laura mit dem Prof im Lager und der Prof sagt staubtrocken:“zu dumm, dass wir nicht daran gedacht haben, ein Funkgerät mitzunehmen.“ Wer würde schon auf so eine abwegige Idee kommen bei der Planung einer Expedition?
2. Nach einer mehr als peinlichen Rettungsaktion mit vielen Verlusten sagt der Prof mal wieder unendlich trocken „Laura, es ist nicht unsere Schuld“.

Und meine ist es auch nicht, wenn sich jemand nach dem Lesen dieser Kritik an den Film heran traut.
Erbärmlich.
2/10 (wegen des lustigen Paradoxons)

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