Laura Gemser, die geile Makrele, fliegt samt Forscherteam und ständiger Beischlafbereitschaft ins Amazonas-Gebiet, um dort dem Wesen des Kannibalismus auf die Schliche zu kommen…
Ein Film, der mit einer abgebissenen Titte anfängt, kann doch einfach nur atemberaubend gut sein, oder was meint ihr…?
Um Kannibalen geht’s in „Nackt unter Kannibalen“ die ersten sechzig Minuten allerdings so gut wie gar nicht, recken zumindest keine ihre Visage durchs Gebüsch... wo wir allerdings gleich beim Thema wären: Der ganze Streifen handelt nämlich weite Passagen hindurch von nichts anderem als von dem… ähm, „Gebüsch“ von Frau Gemser und wie sie jedem x-beliebigem Hallodri gewährt, seinen… *verzweifel*, „Schrumpfkof“ in jenes zu stecken.
Genau, „Nackt unter Kannibalen“ ist grob betrachtet ein handelsüblicher Sexfilm, im Vergleich zu D’Amatos „Porno Holocaust“ und seiner „Erotic Night of the Living Dead“ aber einer o h n e Hardcore-Einlagen. „Schade!“ hör’ ich da ganz leise Mutter Beimer stöhnen, aber man kann eben nicht alles haben…
Unsere „Black Emanuelle“ lässt sich jedenfalls von ihrem Freund flachlegen, treibt’s mit 'nem Wissenschaftler, fingert an einer Mitreisenden rum und macht sich’s last but not least auch noch selbst… und dann, schon ziemlich gegen Ende melden sich tatsächlich noch ein paar Eingeborene zu Wort.
Und was machen die? Krakeelen was das Zeug hält? Nö, die kidnappen eine Tusse, welche dann von versammelter Mannschaft durchgebimst wird. Na fein…
Aber okay, ein bisschen Kannibalen typisches Gemetzel gibt’s freilich dennoch zu bestaunen, aber, und dessen solltet ihr euch beim Kauf, Ausleihen, Runterladen, whatever… bewusst sein, es wird für einen Kannibalenfilm verhältnismäßig wenig gesplattert: Ein Kerl wird in der Mitte zerlegt, eine Tuss bekommt 'ne Machete unten rein und gleich zu Beginn wird, wie bereits oben erwähnt, eine Titte abgebissen. Das war’s so ziemlich an Gore.
Den Rest des Films füllen brachial banales Gesülze und unzählige lahme, aus heutiger Sicht gänzlich ungeile Kopulationsszenen aus, womit dieser Schinken hier auch Lichtjahre von sozialkritischem, tieferen Sinn vorgaukelndem Mettgut á la „Make them die slowly“ oder „Nackt und zerfleischt“ entfernt ist.
Nö nö, hier wird lediglich gefickt, geblutet, dann zur Abwechslung wieder gefickt und nackig durch 'n Busch gesprungen… und damit hat sich’s. Mehr als ein wenig kruden Gore und ein paar nackte Grazien muss ein Kannibalenfilm meiner Meinung nach aber auch gar nicht zu bieten haben. Ein bisschen mehr Handlung wäre zwar nett gewesen, muss aber nicht und es geht, wie uns Herr D'Amato unter Beweis stellt, ja anscheinend auch ohne.
„Laura, du bist verrückt! Du bist wirklich total verrückt!“ – „Ja, schon möglich. Ich habe jetzt unheimlich Lust dich zu lieben.“
„Nackt unter Kannibalen“ – das ist „Schulmädchen-Report“ im Dschungel. Zwei-drei Splatter-Einlagen hat der Streifen zwar durchaus vorzuweisen, ansonsten wird aber nur zu einschmeichelnder Porno-Mukke rumgemacht. Unterm Strich ein reichlich doofer und unspannender Streifen, bei dem man zwischendurch gut Kippen holen gehen oder Plätzchen backen kann.
Trotzdem ein würdiger Vertreter seines Fachs. Es geht anscheinend auch ohne Tier-Snuff… ;-)