Joe D’Amato die Ein-Mann-Filmarmee wollte seinerzeit auch ein großes Stück vom Kannibalenkuchen abhaben und schickte prompt Black Emanuelle alias Laura Gemser in den Dschungel und kombinierte den Kannibalenfilm mit dem Sexfilm.
Laura ist Reporterin und sich für keine Story zu schade. Durch einen Auftrag in der Klapsmühle stößt sie auf einen Fall von Kannibalismus. Also schnappt sie sich möchtegern Professor Mark Lester und düst mit ihm Richtung Amazonas. Schnell noch einige Leute ins Boot geholt und ab dafür zu den Wilden. Unterwegs wird noch Hinz und Kunz in die Crew aufgenommen und da fangen die Probleme auch schon an. Boot weg, Helfer gegessen, was tun? Die Flucht wird zu Fuß angetreten, doch nach und nach tapsen alle in die Hände der Kannibalen, bis nur noch Laura, Mark und Isabelle vor den Menschenfressern mit Trick 17 fliehen können.
Was für ein Film. Das Positive vorweg. Joe verzichtet zum Glück vollkommen auf Tiersnuff und zeigt, dass ein Kannibalenfilm so ein Zeug nicht nötig hat.
Allerdings reichert er seinen Trip in den Dschungel mit reichlich Softsex an, schließlich wollen die Emanuelle Fans ja bedient werden. Leider sind diese Szenen nur völlig öde und bremsen die ohnehin nicht besonders dolle Story gehörig aus. Alle paar Minuten wird masturbiert, gevögelt, nackt gebadet und auf primäre Geschlechtsorgane der Frauen gezoomt, ohne dass es der Story dienen würde. Nach einer halben Ewigkeit kommen dann auch endlich die Kannibalen ins Spiel und lassen es recht ordentlich krachen. Zwar nicht ganz so brutal, wie bekannte andere Vertreter des Genres aber immer noch amtlich. Natürlich darf auch eine Kastration nicht fehlen. Gehört ja zum guten Ton im Kannibalenfilm.
Die Atmosphäre ist ganz in Ordnung, aber bei weitem nicht so gut wie bei „Cannibal Holocaust“. Teilweise denkt man, dass in einem Waldstück um die Ecke gedreht wurde.
Ansonsten schwankt der Film recht trashig auf sein Finale zu und macht durchaus Spass. Persönlich finde ich die öden Sexszenen ziemlich überflüssig, aber das ist halt D’Amato. Freunde des Subgenres sollten einen Blick riskieren.